Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über die vom Weiß ausgehende Schwächung der Wirksamkeit farbiger Lichtreize mit Anschluß einer Mitteilung des Herrn Prof. Dr. G. E. Müller
Person:
Révész, Géza
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit33410/4/
Über d. vomWeifs ausgehende Schwächung d. Wirksamkeit färb. Lichtreize. 105 
Helligkeit aufgesueht.1 Die Helligkeitsgleichung wurde vor jeder 
Versuchsreihe durch die Versuchsperson dreimal hergestellt und 
aus den erhaltenen Einzelwerten der Helligkeit des H-Feldes das 
Mittel gewonnen, und dieser berechnete Mittelwert wurde dann 
durch den Versuchsleiter auf dem H-Feld eingestellt. Um sicher 
zu sein, dafs man die Farbenschwellenbestimmungen unter an¬ 
nähernd konstanten Bedingungen anstelle, wurde auch noch 
nach jeder Versuchsreihe kontrolliert, ob die vor der Versuchs¬ 
reihe eingestellte Helligkeitsgleichung noch gültig sei, indem die 
Versuchsperson zwei- bis dreimal eine Helligkeitsgleichung 
zwischen beiden Feldern herstellte. Es ergab sich schon gleich 
am Anfang der Versuche, dafs die Helligkeitsgleichung, wie 
schon oben bemerkt, innerhalb der in Betracht kommenden 
Grenzen unabhängig von der Beleuchtungsstärke war, so dafs 
die einmal festgestellte Helligkeitsgleichung nicht nur während 
eines Versuchstages, sondern während mehreren Wochen gültig blieb. 
War nun also die Helligkeitsgleichung in der angegebenen 
Weise bestimmt, so ging ich zur Ermittlung der Farbenschwellen 
über, und zwar habe ich die vier Farben rot, gelb, grün und 
blau2 untersucht. Es wurde zuerst mittels der Grenzmethode 
die Farbenschwelle z. B. für Rot für das Z>-Feld und dann für 
dieselbe Farbe für das Jï-Feld aufgesucht. Bei aufsteigendem 
Verfahren wurde von einem Werte des farbigen Lichtes aus¬ 
gegangen, bei dem noch keine Farbigkeit empfunden wurde. 
Die Stufen, um welche der farbige Sektor abgeändert wurde, 
betrugen Bruchteile von Graden. Es wurde die Sektorgröfse 
notiert, bei der zuerst die Farbigkeit merkbar war. Bei ab¬ 
steigendem Verfahren wurde von einer Sektorengröfse ausge¬ 
gangen, bei der die Farbe stets richtig erkannt wurde. Die 
Stufen betrugen gleichfalls nur Bruchteile von Graden ; es wurde 
diejenige Sektorgröfse notiert, bei der die Farbigkeit eben ver¬ 
schwand. Für jedes der beiden Felder wurden auf diese Weise 
fünf Zahlen für die Farhenschwellen gewonnen und aus diesen 
1 Es zeigte sich, dafs das IT-Feld 76° Weifs enthalten rnufste, um dem 
nur 6° Weifs enthaltenden D-Felde an Helligkeit gleich zu erscheinen. 
2 Die Benutzung von Mischfarben, z. B. Orange, empfahl sich schon 
deshalb nicht, weil der Farbenton derselben durch den auf dem FT-Felde 
erforderlichen Zusatz von objektivem Weifs zu erhebliche Veränderungen 
erfahren hätte. 
Ich erwähne noch, dafs bei Bestimmung der Farbenschwellen das be¬ 
treffende Feld, J3- oder D-Feld, fixiert wurde. 
Zeitselir. f. Sinnesphysiol. 41. ^
        

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