Bauhaus-Universität Weimar

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Eine Dichromatenfamilie. 
Von 
Wilibald A. Nagel. 
Hinsichtlich der Vererbung der typischen partiellen Farben- 
• • 
blindheit wird im allgemeinen gelehrt, dafs sie unter Uber- 
springung einer Generation vor sich gehe und zwar in der Weise, 
dafs die Tochter eines Dichromaten die Anomalie auf ihren Sohn 
vererbt, ohne selbst farbenblind zu sein. 
Es ist mir nicht bekannt, inwieweit diese Annahme zutrifft. 
Über den Farbensinn der Grofseltern jetzt lebender Farbenblinder 
etwas Bestimmtes zu erfahren, ist in allen den Fällen natur- 
gemäfs nicht leicht, in denen es sich um jetzt erwachsene Farben¬ 
blinde handelt. Die Kenntnis der Farbenblindheit war in der 
um zwei Generationen zurückliegenden Zeit noch wenig ver¬ 
breitet. 
Mir persönlich ist kein Fall bekannt, in dem die Vererbung 
nachweislich nach dem oben erwähnten Schema gegangen wäre ; 
allerdings weifs ich, auch wo es sich um farbenblinde Kinder 
handelt, nur in den wenigsten Fällen, wie der Farbensinn der 
Grofseltern beschaffen ist. Dagegen kenne ich mehrere Fälle, 
in denen anscheinend keine Generation übersprungen wurde. 
In einem Falle waren Vater und Sohn beide Deuteranopen 
(Grünblinde), in einem zweiten der Vater Protanop (Rotblinder), 
der Sohn Deuteranop. In beiden Fällen konnte allerdings der 
Sohn die Farbenblindheit auch durch die Mutter von seinem 
Grofsvater ererbt haben; über den Farbensinn der Grofseltern 
war nichts zu erfahren. 
Von besonderem Interesse scheint mir die Verbreitung der 
Farbenblindheit in einer Familie, deren Stammbaum ich hier 
mitteilen möchte. Es handelt sich um Farbenblindheit in drei
        

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