Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Dispositionspsychologisches über Gefühlscomplexionen
Person:
Saxinger, Robert
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit33346/30/
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Robert Saxinger. 
Stellung, bezw. die Wortvorstellung reproducirt auch nach dem 
Ausfall der übrigen Associationsglieder das associativ an¬ 
gegliederte Gefühl. Hierbei sind Veränderungen mit dem Ge¬ 
fühle vor sich gegangen. Das Gefühl, das sich mit der All¬ 
gemeinvorstellung, bezw. Wortvorstellung einfindet, ist ein anderes, 
indem es eben an dem Verallgemeinerungsprocefs der Vor¬ 
stellungen theilgenommen hat. 
Dispositionspsychologisch ausgedrückt, stellt sich der an¬ 
gedeutete Sachverhalt nun allerdings etwas anders dar. Sagt 
man, eine Vorstellung a sei mit einem Gefühle associativ ver¬ 
knüpft, so kann das nichts anderes heifsen, als die betreffende 
Vorstellung fungirt als Gefühlsdispositions - Erreger. Bildet die 
Vorstellung a mit den gefühlsfreien Vorstellungen 5 und c ein 
Associationsganzes, so ist die psychologische Voraussetzung des 
das Associationsganze begleitenden Gefühles immer die Vor¬ 
stellung a, und weder b noch c können das Gefühl hervorbringen. 
Es ist also leicht verständlich, dafs an eine Allgemeinvorstellung, 
bezw. Wortvorstellung dann ein Gefühl gebunden erscheint, 
wenn durch dieselbe die concrete Vorstellung, die die in¬ 
tellectuelle Grundlage des Gefühles abgiebt, reproducirt wird. 
Dagegen gestaltet sich die Sachlage schwieriger, wenn sich zeigt, 
dafs an Allgemeinvorstellungen oder Wortvorstellungen Gefühle 
geknüpft sind, ohne dafs eine Reproduction von concreten, ge¬ 
fühlsbetonten Vorstellungen stattgefunden hat. Diese Erscheinung 
setzt offenbar voraus, dafs die betreffende Allgemeinvorstellung 
oder Wort Vorstellung selbst Dispositionserreger geworden ist 
Das ist aber wiederum nur in Folge einer vor sich gegangenen 
Veränderung der Gefühlsdispositionen möglich. Den Ver¬ 
änderungen, die sich auf Seite der Gefühlsdispositionen voll¬ 
zogen haben, entspricht aber naturgemäfs auch eine Ver¬ 
änderung des Dispositionscorrelates, des Gefühles. Mithin ist 
die Veränderung, die das eine Allgemein Vorstellung oder Wort¬ 
vorstellung begleitende Gefühl gegenüber dem an eine concrete 
Vorstellung gebundenen Gefühl auf weist, auch ohne Berufung 
auf eine Theilnahme an dem Verallgemeinerungsprocefs der Vor¬ 
stellungen begreiflich. Die Frage ist also eigentlich nur die, 
wieso es kommt, dafs solche Veränderungen der Gefühls¬ 
dispositionen eintreten, auf Grund welcher Allgemeinvorstellungen 
und Wortvorstellungen zu Dispositionserregem gestaltet werden. 
Ohne auf das Problem, das diese Frage in sich birgt, näher
        

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