Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Dispositionspsychologisches über Gefühlscomplexionen
Person:
Saxinger, Robert
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit33346/3/
Digpositiompsychologisches über Gef'ühUcomplexionen. 
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stand unterscheiden.1 Diese Unterscheidung beruht zwar auf 
Abstractionen und es kann in Wirklichkeit keine Vorstellung 
gedacht werden, an welcher eines dieser Bestimmungsstücke 
fehlen würde. Indes das ist kein Grund, dafs nicht eines dfer 
Bestimmungsstücke an der Vorstellung vorzugsweise als der 
Träger der Relation zwischen dem Gefühle und seiner psycho¬ 
logischen Voraussetzung insofern erscheint, als eben die Vor¬ 
stellung nur in Folge einer gewissen Beschaffenheit eines ihrer 
Bestimmungsstücke die Eignung zum Gefühlsdispositionserreger 
erhält. Würden die Gefühle lediglich durch die Vorstellungs¬ 
acte bedingt, dann müfste in unserem Gefühlsleben eine viel 
gröfsere Constanz herrschen, als dies thatsächlich der Fall ist. 
Für die Gefühlswirkung müfste es sich gleich bleiben, ob dieser 
oder jener Gegenstand vorgestellt würde ; wenn nur der* be¬ 
treffende Act gesetzt wäre, so entstünde das Gefühl. Die Er¬ 
fahrung zeigt aber, dafs das, ’ was vorgestellt wird, in Bezug auf 
die Entstehung der Gefühle nicht gleichgültig ist, und dafs ver¬ 
schiedenen Gegenständen der Vorstellungen verschiedene Ge- 
fühlsreactionen entsprechen. Besinnt man sich, dafs die Ver¬ 
schiedenheit der vorgestellten Gegenstände doch irgendwie auf 
einer Verschiedenheit der Vorstellungen selbst beruht - und das 
unterscheidende Moment, also das, wodurch sich z. B. die Vor¬ 
stellung des Gegenstandes „Baum“ von der Vorstellung dès 
Gegenstandes „Haus“ unterscheidet, der Inhalt der Vorstellung 
ist, so erhellt ohne Weiteres, dafs der Inhalt der Vorstellung 
dasjenige ist, worauf das Gefühl zurückgeht. : '• 
Für die späteren Ausführungen ist nun die Frage von Be¬ 
lang, ob und inwieweit Veränderungen der Gefühlsdispositionen 
durch Gefühle herbeigeführt werden. Theilweise: habe ich diese 
Frage an anderer Stelle1 * erörtert, indem ich darauf hinwieè, 
dafs Veränderungen von Lustgefühlsdispositionen durch actuelle 
Unlustgefühle bewirkt werden können. Ich bin dort von dem 
Gedanken ausgegangen, dafs die Actu&lisirung der Gefühls- 
1 — . « « • r * i 
1 Vgl. Mbinong, „lieber Gegenstände höherer Ordnung4 etc: g 2, uöd 
dessen neueste Publication: „Ueber Ani*ahmenft, Zeit sehr. f\ Psychologie, ßr- 
gänzungsband II, § 21 ff. . 
2 Vgl. Mbinong.* „Ueber Gegenstände höherer Ordnung“ etc. Zntschr. 
f. Psychologie 21, S. 188, 
8 8. „Ueber den Einflufs der Gefühle auf die Vorstellungsbewegung-. 
Zeitschr. f. Psychologie 27, 8.25. . *
        

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