Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
C. N. McAllister: Researches on Movements used in Writing. Yale Psychol. Laborat. 8, 21-63. 1900
Person:
Kiesow
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit33340/1/
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Literaturbericht. 
höchstens etwa von 15 (Bedauern), 37 (Entschlossenheit), 40 (Drohen, 
47 (Eigensinn), 55 (Heuchelei), 67 (Lachen des Alters), 82 (Grübeln). 
Verf. hat durch Abtrennung der Bezeichnung des Affektes vom Bilde 
selbst diese Prüfung in besonders objektiver Weise gefördert. Ein 
Öfteres Hineindenken in irgend eine Situation bei öfterer Kenntnisnahme 
der gemeinten Bedeutung kann ja freilich auch hier die ursprüngliche Ge¬ 
zwungenheit der Deutung für den Uneingeweihten allmählich mehr und 
mehr beseitigen. Bis auf wenige Ausnahmen ist der Standpunkt einer 
realistischen Darstellung der ungekünstelten Ausdruckswreise wirklich vor¬ 
kommender Affekte eingehalten. Eine Übertreibung zur Karrikatur, die 
natürlich sowohl theoretisch als auch künstlerisch wertvoll bleibt, findet 
sich höchstens in 8 (Niedertracht), 26 (komischer Ekel), 33 (sinnliche Gier), 
42 (Protzigkeif), 45 (Bauernstolz), 57 (Schmunzeln), 111 (guter Geschmack), 
lauter Fälle, in denen gerade die Karrikatur ihre besondere künstlerische 
Bedeutung besitzt. Diese Bilder sowohl, als auch die lebenswahr dar¬ 
gestellten Posen an sich komisch wirkender Affekte verschaffen zugleich 
der feinen Komposition des Ganzen eine erheiternde Belebung. 
Wilhelm Wirth (Leipzig). 
C. N. McAllister. Researches oi Movements used il Writing. Yale Psychol. 
Laborat. 8, 21—63. 1900. 
Die Untersuchung begann mit Versuchen, w7elche dahin zielten, die 
relative Leichtigkeit der Auf- und Abwärtsbewegungen beim Schreiben zu 
bestimmen. Verf. untersuchte in fünf verschiedenen Versuchsreihen zu¬ 
nächst die gröfseren Schreibbewegungen, wrobei er sich des schon von 
Scripture beschriebenen Apparates (Stud. Yale Psychol. Laborat. 1895, 3, 106. 
The New7 Psychology 166) bediente. Um die Angaben zu erleichtern, 
wurden die Bewegungen nach der herkömmlichen Weise als in einem der 
vier Quadranten eines Kreises ausgeführt gedacht. Von diesen Quadranten 
war der obere rechts mit I, der obere links mit II, der untere links mit III 
und der untere rechts mit IV bezeichnet. Die kleineren SehreibbewTegungen 
untersuchte der Verf. in zwei Versuchsreihen. Alle diese Versuche er¬ 
gaben, dafs die schnellsten Bewegungen nahe dem Ende des ersten Drittels 
der 1. und 3. Quadranten fallen. 
Weitere Versuche wurden an Schulkindern ausgeführt, um die natür¬ 
liche Neigung eines mit freier Hand gezeichneten Ovals zu ermitteln. Aus 
allen diesen Prüfungen zieht der Verf., unterstützt durch Überlegungen 
allgemein psychologischer Natur viele praktische Schlufsfolgerungen. Diese 
beziehen sich auf die Haltung und Stellung des Kindes beim Erlernen des 
Schreibens, auf das, wTorauf der Lehrer zu achten hat, um dem Kinde eine 
leichte und zugleich leserliche Handschrift beizubringen, auf die Vorteile 
der vertikalen und der schrägen Schrift u. s. w7. Kiesow (Turin).
        

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