Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
David Orr: A Contribution to the Pathology of Acute Insanity. Brain 25 (98), 240-298. 1902
Person:
Schröder
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit33318/1/
Literaturbericht. 
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bildung nicht erwiesen ist, 2. ein zweites (authentisches) Fragment des 
DiCKENs’schen Romans, das später bekannt wurde, sich in der Fortsetzung 
nicht findet. — E. Platzhoff - Lejeune, (Tour-de-Peilz, Schweiz). 
Sir Lauder Brunton. Hallucinations and Allied Mental Phenomena. Journ. 
of Mental Science 48 (201), 226—256. 1902. 
Eine populäre Plauderei über alle möglichen Dinge: Wünschelrute, 
Gedankenübertragung, das böse Auge, Vorahnungen, Gehirn wellen, Ätio¬ 
logie der Migräne u. s. w. Die Arbeit enthält eine Reihe kühner Er¬ 
klärungsversuche, bringt aber nichts wesentlich Neues. 
Schröder (Heidelberg). 
David Orr. A Contribution to the Pathology of Acute Insanity. Brain 25 (98), 
240—298. 1902. 
Die vorliegende Arbeit ist ein Beispiel für die Art, wie heute vielfach 
von Psychiatern pathologisch-anatomisch gearbeitet wfird. Vertiefung 
unserer Kenntnisse werden wir von dieser Seite kaum zu erwarten haben. 
Verf. hat sechs Fälle untersucht, die ihm zur Sektion gekommen sind. 
Die klinischen Notizen über dieselben sind sehr knapp, doch geht daraus 
soviel hervor, dafs es sich um ganz verschiedenartige Krankheitsprozesse 
handelt, die nur das gemeinsame haben, dafs die Patienten einige Wochen 
bis Monate nach Ausbruch der Krankheit starben — und zwar, zum Teil 
wenigstens, an interkurrenten Infektionen. 
Bei der Beschreibung der Befunde kommt das Grofshirn sehr kurz 
weg; sehr viel ausführlicher wird das Rückenmark behandelt. In der 
Rinde beschreibt Verf. ausschliefslich Veränderungen an den Nerven¬ 
zellen. Wie gering der Wert solcher Mitteilungen ist, zumal wenn wir 
fast nichts weiter erfahren, als dafs die Zellen centrale oder periphere 
„Chromatolyse“ zeigen, darüber ist man sich allmählich einig geworden. 
J)ie Veränderungen haben in den allermeisten Fällen mit der Psychose 
nichts zu tun, mit anderen Worten, sie finden sich gerade so gut bei Indi¬ 
viduen, die zur Zeit ihres Todes nicht geisteskrank waren. Jeder, der sich 
die Mühe genommen hat, einmal eine Reihe von Gehirnrinden Geistes¬ 
gesunder zu untersuchen, kann das bestätigen. Es gibt keine Nerven¬ 
zell Veränderung, die das Bestehen einer Geistesstörung bewiese (Nissl). 
Allgemeine Ernährungsstörungen, Fieber, die Agone u. a. m. rufen an den 
Zellen mehr oder minder hochgradige Veränderungen hervor. Erst die 
gleichzeitige Beobachtung des Verhaltens der Glia und der Gefäfse kann 
einen Schlufs ermöglichen. 
Verf. hat in seinen Fällen aufserdem stets Erkrankung der Nerven¬ 
scheiden des Rückenmarks und der drüsigen Organe des Körpers gefunden. 
Daraus zieht er den Schlufs, dafs es sich bei solchen akuten Geisteskrank¬ 
heiten um eine allgemeine Intoxikation handelt. Er denkt in erster Linie 
an Toxine; nötigenfalls bilden sich solche nach Robertson durch „un¬ 
günstige hygienische Verhältnisse, Gemütserschütterungen oder Über¬ 
anstrengung^!). Verf. hat ganz recht, es wird niemand bezweifeln, dafs 
zum mindesten ein Teil seiner Befunde auf eine stattgehabte Infektion 
zurückzuführen ist, und es ist andererseits durchaus nicht von der Hand
        

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