Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
J. Larguier des Bancels: De l'estimation des surfaces colorées. Année psychol. 7, 278-295. 1901
Person:
Stern, W.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit33301/1/
Literatur!) er icht. 
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Schwingungszahlen die Differenz und von diesen drei Differenzen die ein¬ 
fachsten Verhältniszahlen bildet, und die Anzahl der Schwingungen, um 
welche der falsche Ton verstimmt worden, multipliziert mit der Verhältnis¬ 
zahl derjenigen Differenz, die den beiden reinen Tönen angehört.“ Diese 
Schwebungen lassen sich nicht etwa durch das Zusammenwirken der die 
Dreiklänge begleitenden hörbaren Kombinationstöne erklären : eine ent¬ 
sprechende Rechnung ergibt ganz andere Schwebungsarten als die tat¬ 
sächliche Beobachtung. Die Erklärung mufs vielmehr auf die Bewegungs¬ 
form zurückgehen. Die Schwebung besteht jedesmal hauptsächlich in dem 
Auftreten und Verschwinden einer Anzahl von Kombinationstönen. Das 
ganze Wesen der Klangmasse verändert sich innerhalb jeder Schwebungs¬ 
periode völlig, es tritt ein periodischer Wechsel der Klangfarbe auf. Durch 
eine an die graphische Darstellung der Bewegungsformen in verschiedenen 
Punkten der Schwebungsperioden geknüpfte Beweisführung kommt Verf. 
zu dem Schlüsse, dafs die Schwebungen der Dreiklänge auf das periodische 
Auftreten des gleichen Phasenunterschiedes der drei Töne zurückgeführt 
werden müssen. Das Ohr hat die Fähigkeit, Kurven mit gleichem Phasen¬ 
unterschiede der zusammensetzenden Töne als von den Kurven mit anderen 
Phasendifferenzen verschieden, aber untereinander gleichartig zu erkennen. 
„Die Zweiklangssctrwebungen sind wahrscheinlich . . . zurückzuführen auf 
die periodische Rückkehr jeder Kurve, der bestimmte Phasen werte der 
beiden einfachen Töne zu Grunde liegen, d. h. auf das periodische Auf¬ 
treten identischer Kurvenformen.“ Schaefer (Berlin). 
V. Urbantschitsch. Uber Resoaanztöne, erzeugt durch die Annäherung von 
Flächen an die Ohrmuschel. Pflügers Archiv f. d. ges. Physiol. 89, 
594—599. 1902. 
Wenn man während der Beobachtung eines Geräusches, wie Brausen 
des Windes, Strafsenlärm, Wasserrauschen oder dergleichen, die Hände von 
vorn, von hinten oder von der Seite her dem Ohre nähert, so werden 
einzelne Töne, bald tiefe, bald höhere, in dem Geräusch verstärkt. Verf. 
teilt eine Reihe von Versuchen mit, in denen die Resonanztöne ihrer Höhe 
nach bestimmt wmrden. Auch die Resonanzwirkung einiger Muscheln und 
anderer Hohlräume wurde in dieser Weise untersucht. 
Schaefer (Berlin). 
J. Larguier des Ban cels. De l’estimatioi des surfaces colorées. Année psychol 
7, 278—295. 1901. 
Um den Einflufs der Farbe auf die Schätzung räumlicher Verhältnisse 
festzustellen, bediente sich L. der bekannten PoG&ENDORFSchen Täuschung, 
dafs die sichtbaren Teile einer schrägen Linie, deren Mitte durch ein 
aufrechtstehendes Rechteck verdeckt ist, nicht einer Linie anzugehören 
scheinen. Durch eine einfache Vorrichtung konnte L. die Farbe des Recht¬ 
eckes wechseln und jedesmal die Gröfse der Täuschung messen. Die 
Täuschung, d. h. die Überschätzung der Rechteckfläche infolge der 
Färbung wTar am gröfsten bei Gelb ; dann folgten : Orange, Grün, Blau, 
dunkles Rot, Violett. W. Stern (Breslau). 
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