Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
J. Steiner: Über das Empfindungsvermögen der Zähne des Menschen. Centralblatt f. Physiologie 15, 585-587. 1901
Person:
Trendelenburg, W.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit33284/1/
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Litera turberich t. 
Reizverstärkung wird auf direkte, ohne Zwischenprozefs erfolgende Reizung 
des Nerven oder Nervenendes zurückgeführt. Da aber auch der kräftigste 
Reiz noch den Zwischenprozefs auslöst, entsteht nun eine zweite verspätete 
Empfindung. Yerf. wendet sich gegen Einwände, welche Alrütz gegen 
seine Deutung machte. A. führt die beiden Empfindungen auf verschiedene 
Nerven mit verschiedener spezifischer Energie zurück, wogegen nach Th. 
hauptsächlich der Umstand spricht, dafs die beiden Empfindungen identisch 
sein können. W. Trendelenburg (Freiburg i. Br.). 
J. Steiner. Über das Empfindungsvermögen der Zähne des Menschen. Central- 
Matt f. Physiologie 15, 585—587. 1901. 
Das Zahnfleisch der 4 oberen Schneidezähne wurde durch einen fest¬ 
sitzenden Abgufs von Stenzmasse bedeckt, aus welchem die Zähne heraus¬ 
sehen. Leichte Berührung des Zahnes mit einem Wattebausch wird nicht 
gefühlt, etwas stärkere Berührung wird empfunden. Berührung mit einem 
gewöhnlichen trocknen Schiefertafelschwamm ist fühlbar, mit nassem hin¬ 
gegen nicht. Ob die Tastempfindung eine eigentliche Zahnempfindung oder 
eine Alveolarempfindung ist, läfst sich nicht ganz sicher entscheiden; jeden¬ 
falls ist auch nach Eingipsen der angrenzenden Kieferteile die Tastempfin¬ 
dung noch erhalten. Die Prüfung des Temperatursinnes wurde mit der 
Kugel eines im Sandbade erwärmten Thermometers vorgenommen. Wärme¬ 
empfindung tritt regelmäfsig erst bei 80° C. ein. —}— 50 0. wird als kalt 
angegeben, bei — 15° C. ist noch kein Kälteschmerz vorhanden. Bei ver¬ 
schlossenen Augen wird Berührung der Zähne örtlich richtig angegeben. 
W. Trendelenburg (Freiburg i. Br.). 
N. Vaschide. La mesure du temps de réaction simple des sensations olfactives. 
_ / 
Travail du Laboratoire de Psychologie Expérimentale de VEcole des Hautes- 
Études, Arch, de Villejuif 1902. 
Die Messungen der Reaktionszeit des Geruchssinnes auf adäquate 
Reize (Kampher) ergab 1. dafs weibliche Personen langsamer reagieren als 
männliche, 2. dafs die Dauer der Reaktionszeit im allgemeinen kürzer ist, 
als von früheren Autoren angegeben wird, 3. dafs durch Übung und An¬ 
spannung der Aufmerksamkeit zwar eine geringe Abkürzung der Reaktions¬ 
zeit erzielt werden kann, dafs aber bald ein konstantes Minimum erreicht 
wird, 4. dafs durch Ermüdung des Geruchsinns die Reaktionszeit ganz 
aufserordentlich verlängert wird und endlich 5. dafs die Längen der Re¬ 
aktionszeiten sich umgekehrt proportional den Intensitäten der Reize ver¬ 
halten. H. Piper (Berlin). 
H. Zwaardemaker. Die Empfindung der Geruchlosigkeit. Archiv für Anatomie 
und Physiologie, Physiologische Abteilung, Supplement. 1902. 
Zwaardemaker unterscheidet mehrere Arten, wie die Empfindung der 
Geruchlosigkeit zu stände kommen kann, zunächst im geruchlosen Raum, 
und zwar im künstlich hergestellten geruchlosen Raum (wie z. B. im 
Riechkasten), sowie in der Natur vielleicht in arktischen Gegenden. 
Das aber kommt nur sehr selten vor. Häufiger entsteht Geruehlosig-
        

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