Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
C. Pulfrich: Über eine Prüfungstafel für stereoskopisches Sehen. Zeitschr. f. Instrumentenkunde (9), 249. 1901
Person:
Nagel, W. A.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit33280/1/
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Literaturbericht. 
transzendentalen Be wurstsein zum empirischen. Wir tragen die Dinge be¬ 
reits in uns, ohne es zu wissen, und wir entdecken sie nur. 
Nun gibt es aber auch falsche Perzeptionen, z. B. die Halluzinationen. 
Dies liegt daran, dafs bei den betreffenden Individuen die Welt des trans¬ 
zendentalen Bewufstseins unzusammenhjingende Empfindungen enthält und 
solche, welche mit denen normaler Menschen nicht zusammenstimmen. 
Giessler (Erfurt). 
C. Pulfrich. Über eine Prüfungstafel für stereoskopisches Sehen. Zeitschr. f. 
Instrumentenkunde (9), 249. 1901. 
Wenngleich diese Tafel im wesentlichen dem praktischen Zweck dienen 
soll, die Befähigung verschiedener Personen zur sicheren Beobachtung mit 
dem steroskopischen Entfernungsmesser der Firma Zeiss-Jena zu prüfen, 
so bietet dieselbe doch auch wegen ihrer geschickt gewählten Anordnung 
und ihrer äufserst sorgfältigen Ausführung wissenschaftliches Interesse. 
Die Tafel ist auf photographischem Wege hergestellt und enthält 7 Gruppen 
von einfachen Figuren und Strichsystemen, deren binokulare Betrachtung 
Tiefenunterschiede verschiedener Gröfsenordnung erkennen läfst. Die Tafel 
läfst sich daher aufser zur Übung in Verwertung stereoskopischer Tiefen¬ 
unterschiede auch zu quantitativen Untersuchungen über den Entwicklungs¬ 
grad des Tiefensehens verwenden. Verf. betont, dafs man an der Hand der 
auf der Tafel gezeichneten Figuren leicht nachweisen kann, dafs gut stereo¬ 
skopisch sehende Augen Tiefenunterschiede von 10 Winkelsekunden und 
weniger erkennen können. Die Angaben stimmen gut mit den von Heine 
und dem Ref. gemachten überein. W. A. Nagel (Berlin). 
Hugo Wolff. Über die Skiaskopietheorie, skiaskopische Refraktionsbestimmung 
and über mein elektrisches Skiaskopophthalmometer, nebst Bemerkungen über 
die Akkommodationslinie und die sphärische Aberration des Auges. Berlin, 
S. Karger, 1903. 60 S. 
Die Monographie Wolffs ist der Skiaskopie gewidmet, welche sich 
zur Refraktionsbestimmung des Auges derjenigen mit Hilfe des auf¬ 
rechten Bildes durch den Augenspiegel neuerdings immer mehr als eben¬ 
bürtig, wenn nicht als überlegen erweist. Wenn es auch in der Natur des 
behandelten Gegenstandes liegt, dafs er sich wesentlich an das Interesse 
der Augenärzte wendet, so verdient doch die von Wolff durchgeführte 
Behandlung der skiaskopischen Phänomene als eines rein physikalisch¬ 
optischen Problems auch die Beachtung der Physiologen. Dem „Anfänger“ 
scheint der Verf. allerdings nach der Erfahrung des Ref. etwas zuviel zu¬ 
zutrauen, wenn er die optimistische Meinung hegt, dafs das Verhalten der 
von Konkav- und Planspiegeln entworfenen Lichtbilder „jedem Gebildeten 
bekannt“ sind. G. Abelsdorff (Berlin). 
Viktor Goldschmidt. Über Harmonie und Komplikation. Berlin 1901, Julius 
Springer, 136 S. 
Verf. versucht das krystallographische Gesetz der Komplikation, 
welches die Neigung, Gröfse und Rangordnung abgeleiteter Flächen in
        

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