Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
J. Kossonogoff: Über optische Resonanz. (Vorläufige Mitteilung.) Physikalische Zeitschrift, 4. Jahrg. (7), 208. 1903
Person:
Gaede
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit33274/2/
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Literaturbericht. 
wird gröfser, 'wenn man das System von Blechstreifen in eine Flüssigkeit 
taucht, deren Dielektrizitätskonstante gröfser ist als die der Luft. Da nach 
der MAxwELLSchen Theorie das Licht eine elektromagnetische Strahlung 
mit kurzer Wellenlänge ist, so wurde es wahrscheinlich, dafs durch ent¬ 
sprechende Verkleinerung der Resonatoren auch für die sichtbaren Licht¬ 
strahlen eine selektive Reflexion eintreten müfste. Es gelang dem Verf. 
optisch selektiv reflektierende Spiegel herzustellen, indem er auf ebenen 
Platten Metalle so zerstäubte, dafs die entstehenden Metallkörnchen von 
der Gröfsenordnung der Lichtwellenlängen waren. Zur Herstellung der 
Spiegel schlug Verf. verschiedene Wege ein: chemisch, durch Nieder¬ 
schlagen der Metalle auf eine Glasplatte aus zweckmäfsigen chemischen 
Gemischen; mechanisch durch Zerstäuben einer stark verdünnten Salz¬ 
lösung des betreffenden Metalles mittels eines Pulverisators auf eine er¬ 
hitzte Glasplatte; und elektrisch durch Kathodenzerstäubung in einer luft¬ 
verdünnten Röhre. Alle Methoden ergaben qualitativ ähnliche Resultate. Bei 
mikroskopischer Untersuchung zeigten die Metallschichten körnige Struktur. 
Die Körnchen hatten, je nach der Beschaffenheit und Farbe der Schicht, im 
Durchmesser 0,2 ß bis 0,5 u. Die Schichten von Au, Ag und Cu zeigten im 
reflektierten Lichte die Farben blauviolett, blaugrün, gelbgrün, rot und tief rot. 
Im durchgelassenen Lichte zeigten diese Schichten grüne, gelbgrüne, blau¬ 
violette und violette Farbe. Dieselbe Schicht nahm beim Erhitzen und Ab¬ 
kühlen verschiedene Färbe an. Nicht in allen Fällen war die Farbe nach 
dem Erhitzen die gleiche wie vorher. Z. B. eine Schicht von Silber war 
nach Verfertigung fein dunkelblau; das Mikroskop zeigte in ihr zarte kleine 
Körnchen. Bei starker Erhitzung wechselte jene Farbe in hellgrün und 
diese blieb auch nach dem Abkühlen. Das Mikroskop zeigte nun gröfsere 
Körnchen. Alle Schichten wechselten ihre Farbe beim Anfeuchten mit 
Flüssigkeiten, deren Dielektrizitätskonstante gröfser ist als die der Luft, 
wie Alkohol, Äther, Paraffin oder Benzin, in eine Farbe von gröfserer 
Wellenlänge; so z. B. wechselte grüne Farbe der Gold- und Silberschichten 
in gelb, blaue Farbe derselben Metalle in hellgrün u. s. w. Auch bei Platin 
erhielt Verf. selektivreflektierende Schichten, nur mufste er nach der Her¬ 
stellung der Spiegel diese noch einer besonderen Behandlung unterziehen, 
um die Körnchen zu vergröfsern und Reflexion im sichtbaren Gebiet des 
Spektrums zu erhalten. Spiegel, die durch Zerstäuben von dielektrischen 
Körpern, wie Eosin und Fuchsin, hergestellt wurden, zeigten dasselbe Ver¬ 
halten wie Metallspiegel, nur mit dem Unterschiede, dafs hier die Farben 
auf die Nuancen grün, bläulich - grün und gelblich-grün beschränkt blieben. 
Das Resultat seiner Arbeit fafst Verf. in folgenden drei Sätzen zusammen: 
1. Jede Resonanz ist durch die Körnchen von der Gröfsenordnung der 
Lichtwellen verursacht, welche das Mikroskop zeigt. 
2. Das Eintauchen der Körnchen in ein Dielektrikum, welches eine 
gröfsere Dielektrizitätskonstante als die der Luft hat, verursacht ein Wechseln 
des elektromagnetischen Verhaltens der Körnchen und dabei können die 
Körnchen gröfsere Wellen als vorher reflektieren. 
3. Von jedem der untersuchten Metalle kann man durch zweckmäfsiges 
Verfahren eine Schicht beliebiger Farbe konstruieren, sei es auf chemischem, 
mechanischem oder elektrischem Wege. Gaede (Freiburg i. Br.).
        

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