Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
R. MacDougall: The Relation of Auditory Rhythm to Nervous Discharge. Psychol. Review 9 (5), 460-480. 1902
Person:
Meyer, Max
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit33270/1/
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Litera turberich t. 
und Naturwissenschaft: das des Lebens, das des Bewufstsein, die Frage 
nach der Natur von Kraft und Stoff zu einem umfassenden Problem ver¬ 
schmelzen, nämlich dem nach dem Wesen jener hypothetischen Einheits¬ 
energie oder, wie sie von B. genannt wird, des einheitlichen aktiven 
Prinzips“. 
Ob man den hier referierten Spekulationen Bechterews Anregung 
entnehmen kann, ihnen Fruchtbarkeit und Berechtigung zuerkennen will, 
bleibt natürlich der Kritik des einzelnen überlassen; ein Urteil in dieser 
Richtung wird er sich naturgemäfs erst bilden können, wenn er die Be¬ 
gründungen der oben kurz inhaltlich wdedergegebenen Schlüsse des Autors 
im einzelnen zur Kenntnis genommen und ihrem Werte nach abgeschätzt 
hat. Ref. kann jedenfalls derartigen, recht phantastischen Gedanken¬ 
gebäuden keine besondere wissenschaftliche Bedeutung zuerkennen, denn 
er ist der Ansicht, dafs die Aufforderung, solche Thesen zu acceptieren, 
sich ausschliefslich an den guten Willen, nicht an die Kritik und eine 
Überzeugung wendet, welche auf dem Zwang der Beweise beruht. 
H. Piper (Berlin). 
R. MacDougall. The Relation of Auditory Rhythm to Servons Discharge. Psychol. 
Pevieiu 9 (5), 460—480. 1902. 
Die elementaren Bedingungen des Erlebnisses, das wir Rhythmus 
nennen, sind die folgenden: 1. Die subjektive Betonung ist nicht not¬ 
wendigerweise verbunden mit einer besonderen Art objektiver Hervor¬ 
hebung, sondern kann ohne diese zu stände kommen. Die subjektive Be¬ 
tonung mufs daher eine Tätigkeit sein, die von den objektiven Faktoren 
nur (gewöhnlich) veranlafst wTird, aber doch von ihnen unabhängig ist. 
2. Das Schema einer Rhythmusgruppe in ihren Dauer- und Intensitäts¬ 
verhältnissen gibt nur die formalen Bedingungen für die Erscheinung des 
subjektiven Rhythmus. Zur Verwirklichung des Rhythmus ist die Wieder¬ 
holung einer solchen Gruppe notwendig. 3. Subjektiver Rhythmus unter¬ 
liegt gewissen Grenzen der Geschwindigkeit der Aufeinanderfolge. 
Rhythmus ist stets ein Produkt des ihn erlebenden Subjekts. Die 
eigentlichen Bedingungen dieses Erlebnisses müssen daher in den Gesetzen 
der periodischen Funktion des Organismus aufgesucht werden. Rhythmus 
ist angenehm nicht wegen der Proportionen oder der Einfachheit der ob¬ 
jektiven Beziehungen, sondern wegen des Zusammenfallens subjektiver und 
objektiver Vorgänge. Die fraglichen subjektiven Vorgänge sind: funk¬ 
tionelle Erleichterung der perzeptiven Prozesse und Reflexbewegungen, die 
ihrerseits wieder Bewegungsempfindungen hervorrufen. Relative Untätig¬ 
keit der höheren Gehirnzentren begünstigt diese subjektiven Vorgänge. 
Zur Illustration dieser Tatsache weist Verf. unter anderem auf die ver¬ 
schiedene Wichtigkeit des Rhythmus und der sonstigen Elemente der 
Musik hin bei mehr oder weniger musikalischen Personen. Poesie ist die 
irrationale Vereinigung zweier Prozesse, die zur vollen Entwicklung nur 
durch gegenseitige Unabhängigkeit gelangen können: rationellen Denkens 
und einer unendlichen Wiederholung ähnlicher Elemente. 
Max Meyer (Columbia, Missouri).
        

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