Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kirchhoff: Die Höhenmessung des Kopfes, besonders die Ohrhöhe. Allgemeine Zeitschr. f. Psychiatrie 59, 363-389. 1902
Person:
Umpfenbach
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit33240/2/
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Literaturbericht. 
werten Einflufs auf die Gesamtkapazität des Schädels, weil sie die Schädel¬ 
basis nicht treffen. Da die Stammganglien des Gehirns durch den Höhen¬ 
durchmesser regelmäfsig getroffen werden, ist die Möglichkeit nicht aus¬ 
geschlossen, dafs grofse Abweichungen desselben auch auf die Höhe der 
Stammganglien von Einflufs sind. Auf die Gröfse der Stammganglien kann 
man vielleicht lernen Schlüsse ziehen durch Ohrstirnlinie und Ohrhöhe, 
resp. gewisse Schlüsse auf den Schädelgrund, welcher die Ganglien des 
grofsen Gehirns trägt. Umpfenbach. 
R. Sommer. Zur Messung der motorischen Begleiterscheinungen psychischer Zu¬ 
stände. Beiträge zur psychiatrischen Klinik 1 (3), 143—164. 1902. 
Die Idee des psychophysischen Parallelismus führt zur Erforschung 
der Ausdrucksbewegungen, welche sich einerseits an der „willkürlichen“ 
Muskulatur, andererseits an vegetativen Organen abspielen; zu letzteren 
gehören die vasomotorischen Ausdruckserscheinungen, sekretorische 
Wirkungen mögen z. T. vasomotorisch, z. T. direkt durch Nerveneinflufs 
bedingt sein. Ferner wäre daran zu denken, ob es nicht direkte „elektro¬ 
motorische Ausdruckserscheinungen“ gäbe. In der Zusammenfassung seiner 
früheren Arbeiten über Ausdrucksbewegungen in seinem Lehrbuch der 
psychopathologischen Untersuchungsmethoden, wo Verf. von direkten Aus¬ 
drucksbewegungen und cerebral bedingten Modifikationen reflektorischer 
Vorgänge im Bereiche der sogenannt willkürlichen Bewegungen handelt, 
finden sich bereits Ausblicke auf das hier mitgeteilte. S. bringt dann vor¬ 
wiegend Technisches zu 3 Fragen: 
I. Zur Messung physiognomischer Ausdrucksbewegungen an der Stirn¬ 
muskulatur gibt er zunächst ein Abdruckverfahren, das ein Negativ der 
Faltenbildung auf der Stirn liefert; er findet übereinstimmend mit Darwin 
und Duchenne, dafs typische Stirnfalten existieren, die das Resultat von 
Muskelwirkungen sind. Es finden sich hier gerade bei Geisteskranken, bei 
Katatonie, Dementia praecox, Melancholie, interessante Erscheinungen, 
ebenso bei neurologischen Fällen wie Chorea und Stottern. An eine erste 
technisch noch mangelhafte Vorrichtung schlofs sich die Konstruktion eines 
mit Luftübertragung schreibenden Apparates, der die Bewegungen, in eine 
horizontale und vertikale Komponente zerlegt, zu registrieren gestattet. 
II. Zur Messung vasomotorischer Vorgänge an der Haut bemerkt S. 
zunächst, dafs er mit der sphygmographischen Methode „früher mit fast 
völligem Mifserfolg geendet“ habe; von der plethysmographischen Kurve 
vertritt er mit Nachdruck die Meinung, dafs dieselbe Muskelkontraktions¬ 
wirkungen enthielt, er möchte daher ein objektives Mafs der vasomotorischen 
Vorgänge zunächst an der Haut finden. Er benutzt eine manometrische 
Flamme, welche auf eine Selenzelle wdrkt, und einen durch diese gehen¬ 
den galvanischen Strom verändert, dessen Stärke durch ein Galvanometer 
gemessen wird. 
III. Zur Messung der elektromotorischen Vorgänge an den Fingern 
wird die Methode Tarchanoffs weiter entwickelt, dessen Untersuchung von 
Sticker in Giefsen auf genommen worden war. Es wird eine neue Form 
von Elektroden zur Ableitung der Ströme von der Hand angegeben. Der
        

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