Bauhaus-Universität Weimar

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Literaturbericht. 
Bef. scheint nun dem Gebiet der Autopathik die beiden anderen 
bereits einzuschliefsen. Entweder ist Heteropathisch, was für den anderen 
Wert hat bezw. von ihm gefühlt wird, dann ist eben der andere das Subjekt 
und dieser Fall unterscheidet sich nur dadurch vom autopathischen, dafs 
gerade der Einteilende dieses Subjekt zufällig nicht ist; ist heteropathisch 
aber soviel als „Wertobjekt für mich, insofern es für einen anderen Wert 
hat,“ dann liegt eben doch nur eine bestimmte Determination des Auto¬ 
pathischen vor. — Beim Ergopathischen kann unmöglich jede Beziehung 
zum Subjekt fehlen, da es ohne solche keinen Wert gibt. Ist sie aber da, 
dann ist sie doch wohl die ganz allgemeine des Objektes zum Wertenden, 
also dieselbe, die im Falle der Autopathik vorliegt. 
Nun folgen in der besprochenen Arbeit Ausführungen über spezielle 
Teile der Autopathik (Hygienik), Heteropathik (Ethik) und Ergopathik 
(Ästhetik), in denen sich wohl manches Besprechenswerte findet, auf das 
jedoch im Bahmen dieser Zeitschrift nicht näher eingegangen werden kann. 
Schliefslich gelangt der Verf. zu Wertformeln, die den MEiNOxoschen 
ziemlich ähnlich' sind, aber auch die Zeit des Eintreffens, genauer wohl 
des voraussichtlichen Eintreffens des betreffenden Wertes (nach dem Verf. 
Gefühles) mit in Betracht ziehen. 
Anhangsweise erläutert Kreibio noch die Bedeutung der Werttheorie 
für die Pädagogik. 
Das Buch eignet sich besonders gut, um einen ersten Einblick in die 
Probleme der psychologischen Werttheorie zu geben. Ameseder (Graz). 
H. Kroll. Die Seele im Lichte des Monismus. Strafsburg, Ludolf Beust, 1902. 
63 S. Mk. 2.—. 
Der Verf. will „die Aussprüche der spekulativen Philosophie in die 
Sprache der Physiologie übersetzen, besonders aber die einseitige Auffassung 
beseitigen, als könnten die seelischen Erscheinungen ohne gründliche bio¬ 
logische Kenntnis in ihrem Wesen richtig erfafst und gedeutet werden“. 
Den ersten Teil seiner Aufgabe sucht er zu erfüllen durch die Bezeichnung 
der Bewufstseinserscheinungen als Bindenreflexe, als Kraftstoffumformungen, 
als Funktionen von Neuronen des Intellekts und Neuronen des Gefühls. 
Das „Einschleichen“ der kortikalen in die subkortikalen Beflexe und die 
sukzessive (!) Entwicklung von Wahrnehmung, Vorstellung, Begriff, Gefühl 
und Wille wird mit verblüffender Anschaulichkeit geschildert. Kaxt habe 
übrigens, meint der Verf., derartige Ausführungen in der vollkommensten 
Weise, wenn auch mit etwas anderer Begründung als Erkenntnistheorie in 
der Kritik der reinen Vernunft gegeben. Nur seien ihm einige erkenntnis¬ 
theoretische Irrtümer unterlaufen, die im Vorübergehen berichtigt werden. 
Wundt scheint nach Kröll beinahe ängstlich Materie und Geist als ge¬ 
trennte Dinge auseinander zu halten, um einer Anklage auf Materialismus 
auszuweichen und die Fechtart der Spiritualisten zu paralysieren. Wie bei 
dem mit diesen und ähnlichen Behauptungen dokumentierten Grad des 
Verständnisses für die Grundfragen der modernen Psychologie der oben er¬ 
wähnte zweite Teil der Aufgabe, welche Kröll sich gestellt hat, gelöst 
wird, bedarf keines weiteren Kommentars. Die in Bede stehende Schrift
        

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