Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Patrizi: Il progredire dell'onda sfigmica nel sonno fisiologico. Riv. sperim. di freniatria 28, 272-276. 1902
Person:
Aschaffenburg
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit33202/1/
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Literaturbericht. 
M. L. Patrizi. La progression de l’onde sphigmique dans le sommeil physio¬ 
logique. Arch. ital. de Biologie 37 (2), 252—262. 1902. Auch: Bollettino 
della Société medico-chirurgica di Modena 5 (1), 1901—1902. 10 S. 
Der Verf. experimentierte auf einem 13 jährigen Knaben, der eine 
Öffnung im Schädel besafs. Indem er die plethysmographischen Kurven 
des Gehirns und des Fufses im Wachen und im Tief schlaf miteinander 
verglich, gelangte er zu dem Ergebnis, dafs die Fortpflanzungsgeschwindig¬ 
keit der Pulswelle im wachen Zustande 6,50 m in der Sekunde, im Tief¬ 
schlaf dagegen 5,77 m pro Sekunde betrug. Kiesow (Turin). 
Patrizi. 11 progredire dell’ onda sfigmica nel sonno fisiologico. Riv. sperim. 
di freniatria 28, 272—276. 1902. 
Verf. hat bei einem 13jährigen Knaben mit besonders ruhigem und 
festem Schlafe die Geschwindigkeit der Pulswelle im Schlafe und in wachem 
Zustande gemessen. Als Vergleichspunkte dienten die Fufsspitze und die 
Scheitelhöhe, auf der sich infolge einer alten Verletzung eine Knochenlücke 
befand. Die Pulswelle durcheilt im wachen Zustande in 1 Sek. 6,50, im 
Schlafe 5,77 m. Aschaffenburg. 
P. Sollier et H. Delagenière. Le centre cortical des fonctions de Festomac. 
Revue neurologique 9 (22), 1103—1106. 1901. 
Sollier konnte auf Grund eines von Delagenière beobachteten Falles 
seine durch Experimente an Hypnotisierten begründete Behauptung über 
den kortikalen Sitz des Zentrums für die Funktion des Magens durch den 
anatomischen Befund beweisen. Seine Versuche führten ihn zu der An¬ 
nahme, dafs das Zentrum in der Mitte der oberen Scheitelwindung zu 
suchen sei. Folgender Fall bestätigte diese Behauptung. Es handelt sich 
um einen 11jährigen Jungen, der infolge eines Schlages mit einer Hacke 
auf den Kopf einen Gehirnabszefs bekam, der dicht neben der von Sollier 
angegebenen Stelle lokalisiert war. Der Abszefs wurde eröffnet, die Heilung 
verlief glatt. 
Während der Eekonvaleszens zeigte der Knabe einen ganz aufser- 
gewöhnlichen Heifshunger, der auch den Unbeteiligten sofort auffiel. Er 
liefs allmählich etwas nach, aber immer bestand ein Appetit, der mit dem 
Alter und der Figur des Knaben in keinem Einklang stand. 
Sollier nimmt nun an, dafs die verletzte Stelle durch entzündliche 
Beizung und nachher durch Narbenbildung einen Beiz auf das, von ihm 
angenommene, dicht benachbarte Magenzentrum ausgeübt hat. Diese er¬ 
höhte Tätigkeit des Zentrums zeigte sich einmal in einem erhöhten Appetit 
und ferner in einer gesteigerten Funktion des Magens selbst, die sich darin 
äufserte, dafs trotz bedeutend gröfserer Nahrungsaufnahme als bisher nie 
die geringsten Verdauungsstörungen auf traten. Moskiewicz (Breslau).
        

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