Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ernesto Cavani: Se esista un mancinismo vasomotorio. Rivista sperimentale di freniatria 28 (2, 3), 277-288. 1902
Person:
Aschaffenburg
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit33198/1/
Literaturberich t. 
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Das Wesentliche der neuen Anschauung ist: die CoRTischen Zellen 
mit ihren Stäbchen müssen, damit eine Tonempfindung physiologisch zu 
stände komme, lokal von der CoRTischen Membran sich trennen und an 
sie wieder anstofsen.1 
Dafs für eine Tonempfindung mindestens 2 Schwingungen erfordert 
werden, ist demnach nicht nur mit der Resonatorentheorie vereinbar, 
sondern wird aus ihren genauer untersuchten Voraussetzungen als not¬ 
wendig erkannt. — Die vorliegende Arbeit bedeutet, wie ich glaube, einen 
wesentlichen positiven Fortschritt unserer Einsicht in das Verhalten des 
im Ohre anzunehmenden Resonanzapparates. Wir verdanken diesen Fort¬ 
schritt in erster Linie jener intimen Kenntnis der histologisch anatomischen 
Verhältnisse und ihrer embryologischen Entwicklung, die den Verf. immer 
ausgezeichnet hat. F. Krueger (Leipzig). 
E. Cavani. Se esista nn mancmismo vasomotorio. Rtcerche col guaito volu- 
metrico. Bollettino della Società medico-chirurgico di Modena 5 (1), 1901—1902. 
18 S. Auch: Arch. ital. de Biol. 36 (1), 183—201. 1901. 
Der Verf. experimentierte auf einer grofsen xlnzahl rechts- und links¬ 
händiger Personen, um zu erfahren, ob auf einen gegebenen äufseren Reiz 
die vasomotorische Reaktion in dem einen Gliede stärker sei als in dem 
anderen. Er registrierte gleichzeitig die plethysmographischen Kurven 
beider Hände. Als äufsere Reize dienten akustische Eindrücke, zur 
Bestimmung der Rechts- oder Linkshändigkeit wurde ein gewöhnliches 
Dynamometer, zur Bestimmung des Empfindlichkeitsunterschiedes der beiden 
Hände der WEBERSche Zirkel verwandt. Es ergab sich, dafs im allgemeinen 
in der Körperhälfte, welche eine gröfsere Muskelkraft besitzt, auch die vaso¬ 
motorische Reaktion eine intensivere ist als in der anderen. Der Zeitunter¬ 
schied im vasomotorischen Reflex kann nach dem Verf. einen Wert von 
fast einer Sekunde annehmen. Kiesow (Turin). 
Ernesto Cavani. Se esista un mancinismo vasomotorio. Bivista sperimentale 
di freniatria 28 (2, 3), 277—288. 1902. 
Cavani hat die Frage untersucht, ob die Linksseitigkeit sich auch im 
Bereiche des vasomotorischen Nervensystems finde, und ob sie in bestimmter 
Abhängigkeit zu der motorischen und sensorischen Linksseitigkeit stehe, 
1 Manche Anatomen werden vielleicht einwenden, die Stäbchen oder 
Haare der CoRTischen Zellen seien mit der Grundfläche der Membr. Corti 
organisch verwachsen. Dafs dem nicht so ist, davon hat der Hr. Verf. 
mich an zahlreichen embryologischen Präparaten überzeugt. Die CoRTische 
Membran wird ursprünglich von den Zellen der HuscHKEschen Zähne und 
den — später degenerierenden — des sog. grofsen Wulstes ausgeschieden; 
erst allmählich wächst sie nach dem kleinen Wulste hin, und schieben sich 
die Pfeiler- und die DEiTEiisschen Stützzellen mit den dazwischenliegenden 
CoRTischen Zellen unter sie, wie unter einen Fremdkörper. Im entwickelten 
Ohre zeigt die Leiste der CoRTischen Membran an den Berührungsstellen 
der Stäbchen mikroskopisch deutliche Einkerbungen, die in der oben 
wiedergegebenen Weise eine physiologische Erklärung finden.
        

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