Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
W. Stock: Ein Beitrag zur Frage des "Dilatator iridis". Klinische Monatsblätter f. Augenheilkunde 40 (I, Jan.), 57. 1902
Person:
Nagel, W. A.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit33192/1/
Literaturbericht. 
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von Carvallo in den Vordergrund gestellte Unmöglichkeit jeder Inter¬ 
ferenz zwischen benachbarten Farben des Spektrums auch theoretisch eine 
Notwendigkeit ist. Sie beruht aber nicht auf einer besonders komplizierten 
Eigenschaft der Elemente des Lichtes, der Partialschwingungen, sondern 
lediglich auf der unregelmäfsigen Anordnung dieser an sich absolut ein¬ 
fachen Elemente. 
Alles bisherige zusammengefafst läfst sich mithin die Frage nach der 
Natur des weifsen Lichtes folgendermafsen beantworten: Normales weifses 
Licht von konstanter Intensität ist vollständig definiert: 1. durch die Ver¬ 
teilung der Energie auf die verschiedenen Gebiete des Spektrums, 2. durch 
den Satz, dafs innerhalb eines schmalen Spektralbezirkes, in welchem die 
Energieverteilung als gleichmäfsig angesehen werden kann, die Energien 
(Quadrate der Amplituden) und die Phasenkonstanten der einzelnen ein¬ 
fach periodischen Partialschwingungen, in welche der Lichtvektor zerlegt 
werden kann, absolut unregelmäfsig, im Sinne der Wahrscheinlichkeits¬ 
rechnung angeordnet sind. Die Wahl der Grundperiode der FouaiERschen 
Reihe (Beobachtungsdauer) ist dabei ganz gleichgültig, wenn diese nur 
hinreichend grofs ist gegen die Dauer einer jeden in Betracht kommenden 
Partialschwingung. 
Verf. dehnt den zweiten, zunächst nur für einen schmalen Spektral¬ 
bezirk ausgesprochenen Satz, um seine Richtigkeit auf die Probe zu stellen, 
auf das ganze Spektrum aus und leitet mit Hilfe der Gesetze der Wahr¬ 
scheinlichkeit eine ganz bestimmte Energieverteilung im Spektrum als 
die wahrscheinlichste ab. Diese Energieverteilung stimmt überein mit 
der nach den neusten und genausten Spektralmessungen von F. Paschen, 
O. Lummer und E. Pringsheim, H. Rubens und F. Kurlbaum gegebenen Ver¬ 
teilung. Satz 2 ist demnach zur Definition der Natur des weifsen Lichtes 
ausreichend. 
Wenn somit die Frage nach der Natur des weifsen Lichtes wohl als 
erledigt gelten kann, so scheint dagegen die Beantwortung einer nahe ver¬ 
wandten und nicht minder wichtigen Frage: der nach der Natur des 
Lichtes der Spektrallinien, zu den schwierigsten und kompliziertesten Pro¬ 
blemen zu gehören, welche der Optik bez. der Elektrodynamik jemals ge¬ 
stellt wrorden sind. Gaede (Freiburg i. Br.). 
W. Stock. Ein Beitrag zur Frage des „Dilatator iridis“. Klinische Monats¬ 
blätter f. Augenheilkunde 40 (I, Jan.), 57. 1902. 
Beim Hund, der Katze, Ochsen, Pferd, Löwen läfst sich der Dilatator 
iridis nach Grunerts Verfahren nachweisen, ist aber sehr wenig stark ent¬ 
wickelt. Bei der Fischotter dagegen ist sowohl er wie der Sphinkter sehr 
stark entwickelt, besteht aus 8—10 deutlich muskulösen Zellschichten mit 
parallel geordneten Bündel. Auch Hans Virchow hat, wie in einem Nach¬ 
trag bemerkt wird, bei Seehund und Fischotter den Dilatator auffallend 
mächtig gefunden. An einer physiologischen Deutung dieser Befunde fehlt 
es zunächst noch. W. A. Nagel (Berlin).
        

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