Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
W. Volkmann: Ein neues Geradsichtprisma und ein neues Flüssigkeitsprisma. Annalen der Physik (4.), 8, 455. 1902
Person:
Gaede
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit33190/1/
Literaturberich t. 
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physiologischen Institut angestellten Untersuchungen von Polimanti: Über 
die sogenannte Flimmerphotometrie ; Sahojloff: Zur Kenntnis der nach¬ 
laufenden Bilder ; Schaternikoff : Über den Einflufs der Adaptation auf die 
Erscheinung des Flimmerns; und Schaternikoff; Neue Bestimmungen über 
die Verteilung der Dämmerungs werte im Dispersionsspektrum des Gas- und 
des Sonnenlichtes. W. À. Nagel (Berlin). 
W. Volkmann. Ein neues GeradsicMprisma und ein neues Flüssigkeitsprisma. 
Annalen der Physik (4.), 8, 455. 1902. 
Das Geradsichtprisma besteht aus einem fünfseitigen Glasstück. Der 
Lichtstrahl tritt in der ersten Fläche ein, wird an der zweiten und vierten 
versilberten Fläche reflektiert und tritt an der fünften Fläche dispergiert 
wieder aus. Bei passender Winkelstellung der Flächen zueinander fallen 
die austretenden Strahlen in die Verlängerung des eintretenden Strahles. 
Die Dispersion des Prismas ist gleich der eines gewöhnlichen, dreiseitigen 
Prismas vom brechenden Winkel 65°. Das Prisma wird vom Optiker 
R. Magen, Berlin, Scharnhorststr. 34 a, hergestellt und hat auch für Taschen¬ 
spektroskope Verwendung gefunden. 
Die zweimalige Spiegelung ist zur Zusammenstellung eines Flüssigkeits¬ 
prismas verwendet, indem das Licht unter einem bestimmten Winkel durch 
die Oberfläche der Flüssigkeit in diese eindringt, an zwei unter spitzem 
Winkel geneigten Spiegeln reflektiert wird und wieder durch die Flüssig¬ 
keitsoberfläche austritt. Gaede (Freiburg i. B.). 
M. Planck. Über die Natur des weifsen Lichtes. Annalen der Physik (4.), 7, 
390. 1902. 
Die Frage nach der Natur des weifsen Lichtes wird heute noch ver¬ 
schieden beantwortet. Am stärksten gehen die Ansichten auseinander von 
Gouy und von Corbino und Carvallo. Gouy sieht die Wellen des weifsen 
Lichtes an als zusammengesetzt aus lauter absolut regelmäfsigen, einfach 
periodischen Schwingungen von konstanter Schwingungszahl, Amplitude 
und Phase. Im Gegensatz hierzu führen Corbino und Carvallo aus, dafs 
die einzelnen Komponenten des weifsen Lichtes nicht als regelmäfsige 
Sinusschwingungen anzusehen sind, weil die durch ein Beugungsgitter ge¬ 
trennten Komponenten durchaus nicht miteinander interferenzfähig sind, 
keine Schwebungen aufweisen. 
Die Darstellung eines Lichtvektors in einem bestimmten Punkte eines 
weifsen, polarisierten Lichtstrahles als Funktion der Zeit durch eine 
FouRiERSche Reihe von einfachen, harmonischen Schwingungen ist, wie 
schon Gotjy betont hat, eine immer mögliche, rein mathematische, mithin 
logisch formale Operation. Der physikalische Sinn einer solchen Zerlegung 
ist der, dafs jedes Glied der FouRiERSchen Reihe aufzufassen ist als 
Schwingungsamplitude eines von dem Licht getroffenen, idealen Resonators 
mit der entsprechenden Eigenschwingung und einer sehr kleinen Dämpfung. 
Die Opposition gegen diese allgemein gültige Zerlegung in regelmäfsige 
Sinusschwingungen, d. i. in sinusförmige Partialschwingungen, beruht wohl 
lediglich auf der ungerechtfertigten Annahme, dafs, wenn eine solche Zer¬ 
legung statthaft wäre, dann durch Zusammenwirken von Partialschwingungen
        

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