Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A. Alber: Atlas der Geisteskrankheiten im Anschluß an Sommer's Diagnostik der Geisteskrankheiten. Mit einem Vorwort von Prof. Dr. R. Sommer. Berlin u. Wien, Urban & Schwarzenberg, 1902. 127 S
Person:
Schultze, Ernst
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit33112/1/
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Litera turberich t. 
Ref. versteht es schon, wenn man geneigt ist, Yerf. einen geborenen 
Psychiater zn nennen, wenn man so sagen darf; umso mehr Anerkennung 
verdient es, dafs Yerf. immer wieder und wieder auf den Psychiater als 
den allein maafsgebenden Sachverständigen in der Beurtheilung psycho- 
pathologischer Zustände hinweist. 
Die Schrift, die die weiteste Verbreitung verdient, wird dazu bei¬ 
tragen, dafs, wenn auch nur ganz allmählich, eine zutreffendere Beurtheilung 
der Grenzgebiete zwischen geistiger Gesundheit und Krankheit Platz greift ; 
ein praktischer Fortschritt wird insbesondere dann zu verzeichnen sein, 
wenn auch die Juristen ihre Belehrung aus solchen, aus dem Leben ge¬ 
griffenen Büchern schöpfen wollten. 
Die Absicht des Verf.’s, noch andere Geisteskrankheiten und psycho- 
pathologische Zustände, die für den nicht ärztlich gebildeten Leser von 
Bedeutung sind, mit besonderer Berücksichtigung der socialen Beziehungen 
zu schildern, ist nur zu billigen ; und nach den bisherigen Arbeiten des 
Yerf.’s darf man auch hiervon nur das Beste erwarten. 
Ernst Schultze (Andernach). 
A. Alber. Atlas der Geisteskrankheiten im Anschlufs an Sommer’s Diagnostik 
der Geisteskrankheiten. Mit einem Vorwort von Prof. Dr. R. Sommer. 
Mit 110 Illustrationen. Berlin u. Wien, Urban & Schwarzenberg, 1902. 
127 S. 
Wie schon seinerzeit in dem in dieser Zeitschrift erschienenen Referat 
von Sommer’s Lehrbuch der psychopathologischen Untersuchungsmethoden 
hervorgehoben ist, kann man das, was man vom Kranken sieht, seine Ge¬ 
sichtszüge, seine Bewegungen und Haltungen, zwar beschreiben, besser 
aber noch photographisch fixiren. 
Eine Auswahl dessen, was sich hierbei während einer fünfjährigen 
Thätigkeit an der psychiatrischen Klinik zu Giefsen angesammelt hat, 
giebt Yerf. in dem vorliegenden Buche. Er will aber nicht nur physio- 
gnomische und mimische Gesichtszüge bei den verschiedenen Seelen¬ 
störungen bildlich darstellen, sondern auch die technischen Besonder¬ 
heiten bei den photographischen Aufnahmen berücksichtigen, die den Re- 
productionen zu Grunde liegen. Dafs Yerf. bei den technischen Operationen 
die von Sommer in dem genannten Lehrbuche auf gestellten Forderungen 
beachtet hat, ist selbstverständlich. 
In der Gruppirung der Porträts ist Yerf. im Grofsen und Ganzen der 
Eintheilung der Geisteskrankheiten gefolgt, wie sie Sommer in seiner 
Diagnostik durchgeführt hat. 
Einen grofsen Raum nehmen natürlich die durch grobe Hirn¬ 
erkrankungen bedingten Störungen ein, unter diesen in erster Linie die 
progressive Paralyse; auch eine jugendliche Paralyse gelangt zur Darstellung. 
Daneben sind noch eingehend berücksichtigt die Epilepsie und die 
Störungen, die Kräpelin unter dem Kamen der dementia praecox zusammen- 
fafst. Besonders lehrreich sind die Abbildungen einer Person in den ver¬ 
schiedenen Stadien; bei den Periodikern glaubt der Psychiater manchem 
alten Bekannten zu begegnen.
        

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