Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
E. v. Cyon: Beiträge zur Physiologie des Raumsinns. III. Teil: Täuschungen in der Wahrnehmung der Richtungen durch das Ohrlabyrinth. Pflügers Archiv 94. 139-250. 1903
Person:
Trendelenburg, W.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit33074/1/
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Literaturb er id it. 
der einen oder der anderen handeln. Auch bei der gewöhnlichen Schall¬ 
zuführung, durch die Luft, schwingen die Schädelknochen, mehr oder 
weniger energisch, mit. Leisee versteht unter Knochenleitung nur die 
(von Schaefee sog.) künstliche, wobei der tönende Körper auf den 
Knochen aufgesetzt wird. Aber jede Lösung dieses unmittelbaren Kon¬ 
taktes, jede noch so dünne Zwischenschicht aus Luft ändert alle Verhält¬ 
nisse zugunsten der normalen Luftleitung, d. h. derjenigen, wobei 
die Tonquelle annähernd in der Richtung des Gehörganges liegt. — Die 
Erscheinung des WEBEsschen Versuches: dafs eine an den Schädel ge¬ 
setzte Gabel mit verstopftem Ohre besser gehört wird, erklärt der Verf. 
(wie Lucae) durch Resonanz des verschlossenen Gehörganges; eine solche 
kann allerdings nur für bestimmte (tiefere) Tonhöhen herangezogen 
werden. Bei gewissen Mittelohrerkrankungen vernimmt das erkrankte Ohr 
tiefe, durch Knochen zugeleifete Töne auch dann verstärkt, wenn der Ge¬ 
hörgang offen bleibt. Für diese Fälle nimmt Verf. eine Hyperämie und 
erhöhte Reizbarkeit des Labyrinthes an. Dafs gleichzeitig die Luftleitung 
behindert ist, erklärt er durch die krankhaften Dämpfungen im Mittelohre. 
F. Kruegee (Leipzig). 
J. Zenneck. Reagieren die Fische auf Töne? Pflügers Archiv 95, 346—356. 
1903. 
Von früheren Untersuchungen sind diejenigen als nicht beweisend aus- 
zuschliefsen, bei denen sich der tongebende Körper ganz aufser Wasser 
befand, da die hierbei in das Wasser übergehenden Tonwellen nur mini¬ 
male Intensität besitzen. Da die übrigbleibenden Versuche, welche negativ 
ausfielen, unter ungünstigen Bedingungen angestellt wurden, schien eine 
Nachprüfung erforderlich. Als Tonquelle diente eine elektromagnetisch 
betriebene Glocke, die im Wasser befindlich von einem Eimer zur Ver¬ 
hinderung der Verbreitung von mechanischen Schwingungen umgeben war. 
Die Versuche, welche an freilebenden Flufsfischen (Leuciscus rutilus und 
dobula, Alburnus lucidus) angestellt wurden, zeigten, dafs die Tiere, welche 
von der Glocke bis zu 8 m entfernt waren, beim Läuten fortschwammen 
die näheren schneller wie die entfernteren. Würde die Glocke an der 
Stelle, an welcher der Klöppel auftrifft, mit einem Lederlappen belegt, 
so dafs die Tonschwingungen wegfielen und nur etwaige mechanische 
Schwingungen vorhanden sein konnten, so fehlte die Reaktion. Der Einflufs 
von etwa vorhandenen „Stofsschwingungen“, welche bei Stimmgabeln an¬ 
fänglich auftreten, konnte an der Glocke nicht direkt untersucht werden, 
da nicht hinreichend deutliche Schwingungskurven erhalten wurden. Da 
aber hei gedämpften Stimmgabeln die Stofsschwingungen gleiche Form 
und Amplitude haben, wie bei ungedämpften, so ist unter der Voraus¬ 
setzung, dafs die Verhältnisse bei der Glocke ebenso liegen, anzunehmen, 
dafs die Stofsschwingungen nicht die Ursache der Reaktion sind. 
W. Tbendelenbubg (Freiburg i. Br). 
E. v. Cyon. Beiträge zur Physiologie des Raumsmns. III. Teil: Täuschungen 
in der Wahrnehmung der Richtungen durch das Ohrlabyrinth. Pflügers 
Archiv 94, 139—250. 1903. 
In vorliegender Abhandlung ist die ausführliche Mitteilung der schon
        

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