Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Jacobson und Cowl: Über die Darstellung und Messung der Schwingungsamplituden abklingender Stimmgabeln mit Hilfe der "Linearkinematographie". Arch. f. Anatomie und Physiologie 1903, 1-41
Person:
Piper, H.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit33053/1/
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Literatur bericht. 
rhythmischen Gruppe zeigt, dafs jedes Element der Gruppe von jedem 
anderen funktionell verschieden ist. Innerhalb einer rhythmischen Gruppe 
bestehen gewisse Proportionen. Man darf nicht annehmen, dafs ver¬ 
schiedene rhythmische Formen aus denselben unveränderlichen Quanti¬ 
täten aufgebaut werden können. Ein rückwärts gelesener Jambus ist kein 
Trochäus. Die Einführung von Variationen in eine rhythmische Folge ist 
notwendig zur Vermeidung von Monotonie. 
Max Meyer (Columbia, Missouri). 
J. R. Angell. A Preliminary Study of the Significance of Partial Tones in the 
Localisation of Sound. Psychol. Bev. 10 (1), 1—14. 1903. 
Verf. ist bei seinen Untersuchungen über Tonlokalisation zu dem 
Schlufs gekommen, dafs die Reflektion an den Wänden für die Deutung 
der Versuche so störend ist, dafs man derartige Versuche im Freien an¬ 
stellen mufs. Er machte solche Versuche an windstillen Tagen, wobei 
eine Stimmgabel mit Resonator, eine gedeckte Pfeife, eine Zungenpfeife 
und eine Glocke zur Hervorbringung der Töne dienten. Aufserdem wurde 
ein Geräusch benutzt. Innerhalb der seitlichen Halbkugeln des Raumes 
zeigte sich deutliche Abhängigkeit der Urteile von der Beschaffenheit des 
Klanges. Der durchschnittliche Fehler beim Gabelton war 94°, also mehr 
als ein Quadrant; beim Pfeifenton einhalb davon, beim Glocken- und 
Zungenton 1/6, beim Geräusch nur 1/Q des Fehlers beim Gabelton. 
Max Mayer (Columbia, Missouri). 
Jacobson und Cowl. Über die Darstellung und Messung der Schwingungs- 
amplituden abklingender Stimmgabeln mit Hilfe der „Linearkinematographie“. 
Arch. f. Anatomie u. Physiologie 1903, 1—41. 
Frühere Untersuchungen Jacobsons hatten ergeben, dafs die Schwin¬ 
gungsamplitude einer bestimmten Stimmgabel in Übereinstimmung mit den 
theoretisch-physikalischen Berechnungen nicht in arithmetischer, sondern 
in geometrischer Progression abnahm; wenn man von den ersten Schwin¬ 
gungen sehr grofser Amplitude absieht, so hat dieses Gesetz für die ganze 
Zeit Gültigkeit, während welcher die Amplituden genügen, um das Gehör¬ 
organ zu erregen. Will man die Hörschärfe aus der Hör zeit bestimmen, 
so mufs der Berechnung jenes Gesetz zugrunde gelegt werden und es 
wäre zweifellos falsch, anzunehmen, die Hörschärfen verschiedener Indivi¬ 
duen verhielten sich zueinander wie die Zeiten, während welcher sie unter 
sonst gleichen Bedingungen den Ton der Stimmgabel zu hören vermöchten. 
Eine solche Annahme wäre natürlich nur statthaft, wenn die Amplituden 
in arithmetischer Reihe abnähmen. 
Die von Bezold und Edelmann mitgeteilten Untersuchungen, welche 
diese zu der Ansicht führten, dafs das Gesetz, nach welchem die Ampli¬ 
tuden abklingen, für alle Stimmgabeln das gleiche wäre, und welche die 
Konstruktion einer Normalkurve für alle Stimmgabeln als Ausdruck dieses 
Gesetzes ermöglichte, veranlasste Jacobson, die Prüfung dieser Resultate zu 
unternehmen ; insbesondere bezweifelt er die Möglichkeit, das Bezold- 
EüELMANNSche Gesetz auf Stimmgabeln höher Schwingungszahl auszudehnen. 
Da die Experimente mit solchen Stimmgabeln bisher auf erhebliche tech-
        

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