Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
R. MacDougall: The Affective Quality of Auditory Rhythm in its Relation to Objective Forms. Psychol. Rev. 10 (1), 15-36. 1903
Person:
Meyer, Max
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit33051/1/
Literaturbericht. 
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aber in sehr unregelmäfsiger Weise. Wenn die Augen vor dem Urteil 
einige Zeit nach oben oder unten gerichtet waren, so fand eine ent¬ 
sprechende Abweichung des subjektiven Horizonts statt. Wenn Gegen¬ 
stände, die die Aufmerksamkeit auf sich zogen, sich oben oder unten vor 
den Augen befanden, so veranlafsten sie eine Abweichung des Horizonts 
in gleichem Sinne. Dies ist z. B. die Wirkung einer aufsteigenden oder, 
absteigenden Ebene vor dem Beobachter. Verf. erklärt hieraus die Tat¬ 
sache, dafs man die Höhe eines Hügels zu unterschätzen pflegt, wenn man 
sich am Fufse des Hügels befindet. Max Meyer (Columbia, Missouri). 
Heine. Scheinbewegungen in Stereoskopbildern. Klin. Monatsbl. f. Augenheilk. 
2, 369—372. 1902. 
Bei den jetzt in den Handel gekommenen Stereographen (Rotgrün- 
•Stereogramme mit zugehöriger Rotgrün-Brille) machen die bei binokularer 
Betrachtung vorn erscheinenden Gegenstände bei seitlichen Kopfbewegungen 
eine gleichgerichtete Bewegung mit, wTährend der Hintergrund sich schein¬ 
bar in entgegengesetzter Richtung bewegt. 
H. erklärt das Auftreten dieser Scheinbewegungen dadurch, dafs wir 
körperlich zu sehen glauben, aber die bei körperlicher Wahrnehmung und 
Kopfbewegungen eintretenden parallaktischen Verschiebungen ruhender 
Gegenstände vermissen. Mit der Wahrnehmung der parallaktischen Ver¬ 
schiebung der Gegenstände bei seitlichen Bewegungen des Beobachters ist 
die Empfindung der Ruhelage jener verbunden; wenn die parallaktische 
Verschiebung unter scheinbar gleichen Bedingungen ausbleibt, verbindet 
sich mit den Bewegungen des Beobachters die Empfindung der Bewegung 
der beobachteten Gegenstände. G. Abelsdorff. 
R. MacDouuall. The Affective duality of Auditory Rhythm in its Relation to 
Objective Forms. Psychol. Rev. 10 (1), 15—36. 1903. 
Die Rhythmen in der Musik und in der Poesie unterscheiden sich 
-hauptsächlich durch die Empfindungselemente, in denen die Rhythmen 
ausgedrückt sind. Dies erklärt die Tatsache, dafs die formalen Be¬ 
dingungen des Rhythmus in der Musik streng beobachtet werden, nicht 
aber in der Poesie. (Richtiger wäre es wohl zu sagen: in der Musik 
strenger als in der Poesie.) Verf. unternimmt nun, die objektiven Be¬ 
dingungen des Rhythmus, die die Ursache der ästhetischen Befriedigung 
sind, zu klassifizieren und zu beschreiben. 
Die Geschwindigkeit der Aufeinanderfolge ist ein wichtiger Faktor. 
Doch kann man nicht sagen, dafs ein Rhythmus um so wohlgefälliger ist, 
je schneller die Aufeinanderfolge. Das Verhältnis ist komplizierter. Asso¬ 
ziierte Vorstellungen spielen jedoch hierbei keine erwähnenswerte Rolle. 
Intensität ist ein weniger einflufsreicher Faktor. Doch ist ein Rhythmus 
in schwachen, unterdrückten Tönen sehr verschieden von einem Rhythmus 
in starken Tönen. Die Gemütsstimmung ist sehr wuchtig, besonders rück¬ 
sichtlich der Geschwindigkeit der Aufeinanderfolge der Empfindungs¬ 
elemente. Die Anzahl der Elemente in einer Gruppe macht sich in dieser 
Weise bemerkbar: je gröfser die Anzahl, je heiterer ist der Eindruck; je 
kleiner die Anzahl, je ernster der Eindruck. Analyse der Struktur einer
        

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