Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Frank Allen: Persistence of Vision in Color-Blind Subjects. Physical Review 15 (4), 193-225
Person:
Piper, H.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit33046/1/
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Literaturbericht. 
zwischen den Querdisparationen und Gesichtswinkeln aufstellt, dafs dabei 
aber die wirklichen Werte der gesehenen Entfernungen ganz in suspenso 
bleiben. Nimmt man an, dafs es gerade die gesehene Entfernung ist, die 
(neben dem Gesichtswinkel) den Gröfseneindruck bestimmt, so wird man 
sagen dürfen, dafs hierdurch der Aufstellung des Verf. zunächst noch eine 
gewisse Unvollständigkeit oder Undurchsichtigkeit anhaftet. Vielleicht ist 
aber an der von H. gefundenen Gesetzmäfsigkeit gerade das beachtenswert, 
dafs zwischen jenen beiden physiologischen Momenten (Zunahme des Ge¬ 
sichtswinkels und der Quer disparation) eine einfache Beziehung stattfindet, 
trotz der viel verwickelteren Art, in der der Wert der gesehenen Entfernung 
sich bestimmt. v. Keies (Freiburg i. B.). 
Feank Allen. Persistence of Vision in Color-Blind Subjects. Physical Review 
15 (4), 193—225. 
In früheren, an normalen Augen vorgenommenen Versuchen hatte 
Allen gefunden, dafs die Flimmerwerte verschiedenfarbiger Lichter sich in 
gesetzmäfsiger Weise mit der Wellenlänge im Spektrum ändern, so zwTar, 
dafs die Lichter der beiden Enden des Spektrums erheblich geringerer 
Beizzahl pro Sekunde bedürfen, um eine kontinuierliche Lichtempfindung 
zu erzeugen, als die des mittleren Spektralabschnittes. Wird die Zeiteinheit 
(Sekunde) durch die Zahl der Lichtreize dividiert, wrelche gerade nötig ist, 
um den Eindruck einer ununterbrochenen Netzhautbelichtung hervorzurufen, 
so erhält man den Flimmerwert des betreffenden Lichtes, und trägt man 
diese für die einzelnen verschiedenfarbigen Lichter erhaltenen Werte als 
Funktion der Wellenlänge in ein System rechtwinkliger Koordinaten ein, 
so ergibt sich eine glatte Kurve, welche für das normale Auge bis 560 uy, 
fällt und dann wieder ansteigt. 
Die gleichen Untersuchungen, an 26 farbenblinden Individuen wieder¬ 
holt, ergaben sehr bemerkenswerte Abweichungen von diesem normalen 
Kurventypus. Allen unterscheidet nach den Flimmer Wertbestimmungen 
6 verschiedene Typen unter den Farbenblinden: 1. solche mit abnorm 
grofsen Flimmerwerten am roten Spektralende, sonst aber normalem Kurven¬ 
verlauf. 2. Solche mit abnorm grofsen Werten im mittleren (gelbgrün bis 
blaugrün) Teile des Spektrums. 3. Kurven, welche durch zu grofse Flimmer¬ 
werte im Bot und dann noch einmal im Grün von der Norm abwTeichen 
(Kombination von Typus 1 und 2). 4. Eine Modifikation des vorigen: die 
Kurven fallen im ganzen Bot und Grün auseinander. 5. Abnorm grofse 
Flimmerwerte im Bot und Violett, Mitte normal. 6. Abnorm grofse Flimmer¬ 
werte im Grün und Violett, rotes Spektralende normal. 7. Die sämtlichen 
Flimmerwerte sind gröfser als die des normalen Auges; die Kurven laufen 
parallel, die des Farbenblinden liegt aber auf gröfserer Ordinatenhöhe als 
die des Normalen. Ein 8. Typus ist nicht beobachtet, wird aber theoretisch 
postuliert : die Flimmerwerte würden nur am violetten Ende des Spektrums 
von der Norm abweichen, im mittleren und roten Teil aber mit denen des 
normalen Auges übereinstimmen. 
Eine exakte Prüfung der Farbenblinden auf Typendifferenzen ist nicht 
vorgenommen worden und die knappen Angaben über die Besultate der 
HoLMGEENSchen Wollproben reichen nicht aus, um ein Urteil in diesem
        

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