Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Robert Pugh: The Alcalinity of the Blood in Mental Diseases. The Journ. of Ment. Sc. (Jan.), 71-81. 1903
Person:
Umpfenbach
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit33005/1/
Literaturbericht. 
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weil die Logiker es liebten, abseits für sich zu bleiben, und die Logik nicht, 
wie es geschehen mufste, nur für ein wenn auch wichtiges Kapitel der 
Psychologie anerkennen wollen. In diesem Sinne will das vorliegende Werk 
aufgefafst sein. Auch dieses nimmt seinen Ausgang von den pathologischen 
Erscheinungen des Seelenlebens. Daher der Titel : Logique morbide. Der 
hier vorliegende erste Band ist der Analyse mentale gewidmet, die weiteren 
Bände sollen sich mit dem Syllogisme morbide, der Émotion morbide und 
der Création morbide beschäftigen. 
Der gesunde normale Mensch lebt psychisch und moralisch, ohne sich 
viel damit zu beschäftigen, wie er lebt, und warum er gerade so lebt, wie 
er lebt. Schon anders der mehr kritisch angelegte Mensch. Wesentlich 
anders aber der unglückliche Mensch, welchen der Dämon der Analyse ge¬ 
packt hat; er mufs immer und überall nach dem Wie und Warum fragen. 
Der normale Mensch verarbeitet bald alle neuen Eindrücke etc., kommt 
rasch wieder ins psychische Gleichgewicht. Der Analytiker nicht; er hat 
soviel zu fragen und zu forschen, dafs er nie mehr zur Ruhe kommt, dafs 
er schliefslich in einen Zustand der Verwirrtheit gerät, geisteskrank wird. 
Mit minutiöser psychologischer Durcharbeitung bringen die Verf. 4 Kranken¬ 
geschichten. Der erste Kranke analysiert in einem fort sein vegetatives, 
körperliches Leben, der zweite sein eigenes psychisches Treiben (intro¬ 
spection somatique, resp. mentale). Die beiden folgenden müssen immer 
beobachten, erklären, was in ihrer näheren oder entfernteren Umgebung 
vor sich geht, indem sie natürlich alles auf sich selbst beziehen. Alle 4 
werden schliefslich verwirrt, geisteskrank. Ein näheres Eingehen auf diese 
höchst interessante Geschichte ist leider hier nicht möglich. Jeder Mensch 
mufs analytisch Vorgehen; der neue Eindruck mufs empfangen, verarbeitet, 
mit dem alten psychischen Bestände verbunden werden. Sobald aber die 
Tendenz zur Analyse einen gewissen Grad übersteigt, leidet das psychische 
Befinden, der Mensch kommt aus dem psychischen Gleichgewicht. Das 
Gros der Menschheit ist übrigens geistig so schwach, dafs es überhaupt 
nicht viel analytisch arbeitet. Pädagogen und die es sonst noch angeht, 
mögen darauf achten, dafs die Analyse nicht auf Kosten der übrigen Geistes¬ 
kräfte überwuchert. Umpeenbach. 
Robert Ptjgh. The Äicalinity of the Blood in Mental Diseases. The Journ. of 
Ment Sc. (Jan.), 71—81. 1903. 
Verf. benutzt bei seinen Versuchen die von "Wright angegebene 
Methode. Er fand die Alkaleszenz des Blutes physiologisch bei der 
chronischen Manie, Melancholie und Demenz, vermindert bei Manie, solange 
die Erregung anhält. Bei Epileptikern fand P. die Alkaleszenz auch in der 
Zeit zwischen den Anfällen geringer als normal; sie sinkt plötzlich vor 
den Anfällen, fällt auch nach den Anfällen noch, wie es scheint, je nach 
der Schwere des epileptischen Anfalls. 5—6 Stunden nach dem Anfall ist 
die ursprüngliche Alkaleszenz wieder erreicht. P. will gefunden haben, 
dafs je stärker die Alkaleszenz, destoweniger ein Anfall zu befürchten ist. 
Es ist bisher nicht gelungen, für längere Zeit die Alkaleszenz des Blutes 
künstlich zu erhöhen oder auf einer gewissen Höhe zu erhalten. Bei 
Paralyse ist die Alkaleszenz ebenfalls vermindert, wie es scheint, ent¬ 
sprechend dem Fortschritt der Erkrankung. Umpeenbach.
        

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