Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Hermann Gutzmann: Die Sprachentwicklung des Kindes und ihre Hemmungen. Die Kinderfehler 7 (5, 6), 193-216. 1902
Person:
Lobsien, Marx
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit32997/1/
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Literaturbericht. 
war, und zweitens, dafs alle Obertöne entstehen bei Gleichpolsirenen, 
d. h. wenn alle Magnete nach der Peripherie hin die gleiche Polarität zeigen, 
dafs dagegen nur die ungeraden Obertöne (wie bei gedeckten Pfeifen) ent¬ 
stehen hei Wechselpolsirenen, d. h. wenn die Polarität eine wechselnde ist. 
Eine eingehende theoretische Behandlung des Induktionsvorganges bestätigt 
die durch Beobachtung gefundenen Resultate. 
Zur Untersuchung des Einflusses der Phasen auf die Klangfarbe 
wurden mehrere Telephonsirenen auf dieselbe Achse des Uhrwerkes gesetzt, 
so z. B. bei einem Versuche zwei Wechselpolsirenen, deren Magnetzahl im 
Verhältnis 3:2 stand. Der Versuch ergab, dafs der Zweiklang (Quinte) 
stumpfer wurde, sobald der Phasenunterschied der Töne s/2 etc. betrug. 
Es liegt nun nahe, den Effekt auf die Obertöne zu schieben. Nehmen wir 
als Einheit die halbe Schwingungszahl des Grundtones, so sind die 
Schwingungszahlen der Grund- und Obertöne des Grundtones: 2, 4, 6, 8, 
10, 12 und die Schwingungszahlen der Quinte 3, 6, 9, 12, 15, 18. Wie wir 
sehen, sind die fettgedruckten Schwingungszahlen 6 und 12 beiden Tönen 
gemeinsam. Verschieben wir die Phase um einen halben Phasenwinkel, 
so tritt Auslöschung der beiden Obertöne 6 und 12 ein und die Klangfarbe 
wird stumpf. Dafs dies der Grund ist, erhellt auch aus einem anderen Ver¬ 
suche des Verf., indem er die zweite Sirene durch eine Wechselpolsirene 
ersetzt, der nur die Obertöne der Schwingungszahlen 3, 9, 15 zukamen. 
Grundton und Quinte haben keine Obertöne gemeinsam und bei Verschieben 
der Phase tritt auch tatsächlich keine Änderung der Klangfarbe auf. Ver¬ 
suche dieser Art sind in grofser Zahl ausgeführt. 
Die Versuche führen zu folgendem Resultat: Verschiebt man zwei 
einfache Töne oder zwei Klänge, die ein beliebiges Intervall bilden, in der 
Phase gegeneinander, so hat dies auf die Klangfarbe des Intervalles keinen 
Einflufs. Ein Einflufs der Phasenverschiebung tritt nur dann auf, wenn 
in den Klängen gleich hohe Obertöne vorhanden sind, die miteinander 
interferieren können. Gaede (Freiburg i. Br.). 
Heemann Gutzmann. Die Sprachentwicklung des Kindes uni ihre Hemmungen. 
Die Kinderfehler 7 (5, 6), 193—216. 1902. 
Der Verf. veröffentlicht in: Die Kinderfehler, Zeitschr. f. Kinderforschung 
einen Vortrag, den er vor der vorjährigen Versammlung des Vereins für 
Kinderforschung in Jena hielt. 
Verf. will übersichtlich das zusammenstellen, wTas wir über die erste 
Sprachentwicklung wissen und auf diejenigen Punkte aufmerksam machen, 
an denen Hemmungen dieser Entwicklung einen störenden Einflufs auf die 
gesamte spätere Entwicklung des Kindes ausüben können. 
A. Die Sprachentwicklung vollzieht sich in vier Perioden. Die 
Schreiperiode hat für sie nur insofern Bedeutung als sie ein Porbild 
für den Typus der späteren Sprechatmung abgibt, sie zeigt den allmählichen 
Übergang von den ataktischen Bewegungen der Atmung zu den späteren 
koordinierten. Kurven offenbaren eklatant ein Überwiegen der kostalen 
Bewegung bei der Sprechatmung, für die Schreiperiode insbesondere, wie 
allmählich und langsam die anfänglich ungeordneten Bewegungen in die
        

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