Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
William M. Bowack: Observations on Method in Moral Science. Edinburgh, James Thin, 1900. 103 S.
Person:
Müller
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit32985/1/
Literaturbericht. 
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definitiv wird Eine Tendenz ist eine Kraft, welche nach dem Grade des 
Schmerzes gemessen werden kann, den ihre Unterdrückung verursachen 
würde. Verf. findet, dafs unsere Entschlüsse geregelt werden je nach der 
Differenz der Energieen unserer Wünsche. Er kommt dabei auf logische 
Erörterungen. 
Einen Abschnitt widmet Verf. der Auseinandersetzung über den 
Unterschied von Wünschen und Wollen. Unser Wollen hängt oft von 
äufseren Umständen ab, unser Wünschen nicht. 
Die Kraft des Entschlusses kann gemessen werden an der Grö se 
der besiegten Wünsche, an der Energie der hervorgerufenen Bewegungen, 
an der Dauer und Beharrlichkeit bei Krankheiten, welche das Denken 
schwächen. Bestimmend für die Kraft sind die Ursachen, welche die be¬ 
zügliche Idee aufrecht erhalten, unter ihnen als wichtigste das Selbstver¬ 
trauen. „ 
Der Einflufs einer Tendenz auf die zur Ausführung nothwendige Be¬ 
wegung hängt von mehreren Bedingungen ab : 1. von ihrer eigenen Energie, 
2. von der nervösen Irritabilität der Person, 3. von der Masse der Muskeln 
des betreffenden Menschen, 4. von der mehr oder weniger vollständigen 
Disposition der Knochen, Sehnen u. s. w. Die Tendenz macht die ent¬ 
sprechende Vorstellung beharren und facht berührende Vorstellungen an. 
Ihr Einflufs in dieser Beziehung hängt ab: 1. von ihrer eigenen Kiaft, 
2. von der Abwesenheit entgegengesetzter Tendenzen, 3. von der Gewohn¬ 
heit berührende Vorstellungen zu erzeugen. Der Wille hat keinen direkten 
Einflufs auf Lust und Unlust, auf Empfindung und Wunsch, aber einen 
indirekten, indem er die äufseren physischen Bedingungen der Empfindung 
nähert oder entfernt, und indem er angenehme und unangenehme Vor¬ 
stellungen sucht und meidet. Giesslek (Erfurt). 
William M. Bowack. Observations on Method in Moral Science. Edinburgh, 
James Thin, 1900. 103 S. # 
Der Verf. giebt in zehn lose aneinander gereihten Kapiteln Vorschläge 
und Anregungen zur Verbesserung der Untersuchungsmethoden in der 
Philosophie. Nach Bowack hat die Philosophie ihren Zusammenhang mit 
dem Leben verloren, und in ihr herrscht die gröfste Zerfahrenheit. Nicht 
einmal die wichtigsten Grundbegriffe derselben sind klar und sicher est- 
gelegt. Die Ursache hievon ist die, dafs jeder Denker unter dem gleic en 
Ausdrucke einen ganz verschiedenen Gedanken meint, dafs es den Grün 
begriffen an Genauigkeit und Bestimmtheit mangelt im Gegensätze zu den 
Naturwissenschaften, die mit genau umschriebenen, feststehenden Begn en 
arbeiten. Baleour hat zur Abhülfe einen Congrefs der Vertreter aller 
Geisteswissenschaften vorgeschlagen, der die gebräuchlichen technischen 
Begriffe in diesen Wissenschaften authentisch interpretiren soll (Gap. I). 
Der Verf. verspricht sich noch mehr Erfolg von der Einführung einer 
eigenen Kunstsprache, ähnlich den chemischen Formeln, fur derlei tech¬ 
nische Begriffe, welche Formeln dann in allen streng wissenschaftlichen 
Abhandlungen einheitlich zur Anwendung zu kommen hätten. Durch derlei 
Formeln würde sich nicht nur unabhängig von dem Wortausdrucke, we c e 
der betreffende Begriff in den verschiedenen Sprachen findet, eine grofsere
        

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