Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Grasset: Le vertige: Étude physiopathologique de la fonction d'orientation et d'équilibre. Rev. philos. 51 (3), 225-251; (4), 385-402. 1901
Person:
Schaefer
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit32954/1/
Literaturb er i eh t. 
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kopisch-medicinischen Atlas“ herauszugeben, der den ganzen Bereich der 
Medicin umfassen soll und von dem 44 Lieferungen (zu je 12 Tafeln) bereits 
vor uns liegen. Wenn wir die neueste Lieferung hier besprechen, so ist 
das durch den Umstand veranlafst, dafs sie u. a. einige Tafeln enthält, die 
nicht nur für den Mediciner, sondern auch für den Physiologen von Be¬ 
deutung sind. So zeigt uns u. a. Tafel 517 drei menschliche Bulbi (1. des 
Neugeborenen, 2. des emmetropischen Erwachsenen und 3. eines Myopen 
von 12 Dioptrien). Tafel 518 zeigt dieselben Bulbi in aufgeschnittenem, 
halbirtem Zustande, so dafs wir den Innenraum mit vollendetster Plastik 
zu sehen bekommen. 
Die technische Ausführung aller Tafeln ist als vortrefflich zu be¬ 
zeichnen; doch verdienen diejenigen, welche die Gegenstände in natürlicher 
Gröfse oder in Verkleinerung darstellen, unseres Erachtens den Vorzug vor 
denen, bei welchen das Object eine Vergröfserung erforderte. 
Zum Schlüsse möchten wir noch die Bitte aussprechen, dafs auch auf 
der Bildseite der Tafeln sich irgend eine gedruckte Zeile befände, damit 
man sofort ersieht, wo oben und unten ist. Bei vielen Tafeln ist dieses 
zur unmittelbaren Orientirung sehr erwünscht. Arthur König. 
Grasset. Le vertige: Étude physiopathologique de la fonction d’orientation 
et d’équilibre. Rev. philos. 51 (3), 225—251; (4), 385—402. 1901. 
Der Schwindel ist ein subjectives Bewufstseinsphänomen, das zur 
Classe der Täuschungen gehört. Das erste seiner Elemente ist die Empfin¬ 
dung einer Deplacirung (Rotation) der umgebenden Objecte oder aber des 
eigenen Körpers in Bezug auf die Umgebung; das zweite der scheinbare 
Verlust des Gleichgewichtes. Zwecks besserer Verständlichkeit dieser 
Definitionen führt Verf. aus, dafs wir einen besonderen nervösen Apparat 
für die Aufnahme uns orientirender Eindrücke und einen anderen für die 
Erhaltung des Gleichgewichts besitzen. Die Function des ersteren .ist 
centripetal, die des letzteren centrifugal. Wird jene gestört, erhalten wir 
die Scheinbewegungen, wird diese gestört, so entsteht das Bewufstsein der 
Unfähigkeit, das Gleichgewicht zu erhalten. Erst beides zusammen macht 
den Begriff des Schwindels aus. 
Der zweite Theil der Abhandlung beschäftigt sich mit den Begleit¬ 
erscheinungen des Schwindels und der Classificirung seiner einzelnen Arten 
nach Ursache und Sitz der initialen Läsion. Den Schlufs bildet eine Ueber- 
sichtstafel. Psychologisch Bemerkenswerthes oder Neues enthält die Arbeit 
so gut wie gar nicht. Schaefer (Gr.-Lichterfelde). 
Heine. Die Unterscheidbarkeit rechtsäugiger und linksängiger Wahrnehmungen 
und deren Bedeutung tür das körperliche Sehen. Klm. Monatsbl. f. Augen- 
lieilk., August 1901, 615—620. 
H. konnte bei Fixation eines in der Medianebene vor ihm gelegenen 
leuchtenden Punktes, wenn eines der Augen durch einen Gehülfen im 
absolut dunklen Raume abgeblendet wurde, stets entscheiden, ob die 
Wahrnehmung mit dem rechten oder linken Auge gemacht wurde. Da der
        

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