Bauhaus-Universität Weimar

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Uber Muskelzustände. 
Yon 
Professor Conrad Rieger in Würzburg. 
(Mit 13 Figuren im Text.) 
[Fortsetzung von Bd. 31, S. 1—46.] 
Zweites Kapitel: 
Die zeitlichen Verhältnisse der elastischen Zugkräfte. 
I. Die Verteilung der elastischen Zugkräfte unter dem Einfluss 
längerer Zeitdauer. 
Was ich in meinem ersten Kapitel auseinandergesetzt habe, 
dies bedarf hier noch einer Ergänzung in Hinsicht auf den Ein- 
flufs der Zeit (worauf ich, auf Seite 42 jenes Kapitels, schon 
voraus verwiesen habe). Diese Ergänzung kann sehr einfach 
formuliert wrerden, nämlich folgendermafsen : Wenn ich ein 
Gummiband oder eine Muskelgruppe, einige Minuten oder mehr 
Zeit hindurch, kurz oder lang lasse, so ist der Gewinn oder Ver¬ 
lust an elastischer Kraft, der durch den kurzen oder langen Zu¬ 
stand bewirkt wird, viel beträchtlicher, als wenn ich nach der 
Verkürzung oder Verlängerung sofort wieder einen anderen 
Zustand eintreten lasse. Mit diesem Hilfsmittel der Zeit habe 
ich deshalb die Verteilung der elastischen Kräfte noch in be¬ 
sonders starkem Mafse in der Hand. Wenn ich die Kraft in 
einem Sinne mehr steigern will, als ich sie steigern kann durch 
blofs vorübergehende Kürze, so brauche ich den kurzen 
Zustand nur einige Minuten andauern zu lassen ; und ausnahms¬ 
los ist dann, nach der Rückkehr zu den vorigen statischen 
Momenten, ein Zustand des Gleichgewichts vorhanden, der noch 
viel mehr verschoben ist im Sinne der Kraft, welche gewachsen 
ist, als wenn dieses, auf die Verschiebung der Kraft gerichtete, 
Zeitschrift für Psychologie 32. 24*
        

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