Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Beitrag zur Resonanztheorie der Tonempfindungen
Person:
Exner, Sigm. Jos. Pollak
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit32931/27/
Beitrag zur Resonanztheorie der Tonempfindungen. 
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noch im Telephone hervorruft, Ströme, die dann durch den 
Kommutator unterbrochen werden und das rauhe klappernde 
Geräusch erzeugen. Dieses fällt fast gänzlich weg, wenn das 
Telephon mehrere Decimeter entfernt von der Stimmgabel ange¬ 
bracht wird. Es ist begreiflich, dafs der schwache Ton ohne 
Nebengeräusche noch bei derselben, eventuell sogar bei gröfserer 
Frequenz der Umschaltungen gehört werden kann, als der starke, 
der bald von den Nebengeräuschen überdeckt wird ; wieder ein 
Fingerzeug dafür, dafs derartige Bestimmungen, wenn man es, 
wie gewöhnlich, nicht mit ganz reinen Tönen zu tun hat, eben 
nur für den betreffenden Fall und die vorliegende Versuchs¬ 
anordnung Gültigkeit haben. 
Wir machten nun den gleichen Versuch mit der rotierenden 
Stimmgabel. Da ergab sich sofort das von der Mitschwingungs¬ 
theorie geforderte Resultat. Die Entfernung zwischen dem 
Schlauchende und der Stimmgabelzinke in der Rotationsstellung, 
bei welcher diese Entfernung ein Minimum ist, wurde schritt¬ 
weise von 2 auf 8 cm vergröfsert, und dabei von einem von uns 
das Verschwinden des Tones successive bei 532, 418, 325 und 
180 Umdrehungen der Gabel p. M. festgestellt. 
Man wird fragen, warum wir nicht den ergebnisreichen Ver¬ 
suchen von R. König und Ludimar Hermann folgend, unsere 
Experimente mit Sirenenscheiben angestellt haben. Was uns be¬ 
stimmte, * von denselben abzusehen, war die Befürchtung, durch 
die Obertöne getrübte Resultate zu erhalten. Die Lochsirenen 
liefern Luftwellen von aufserordentlich komplizierter Gestalt, d. h. 
von vielen und intensiven Ohertönen. Die von uns untersuchten 
Hemmungen der Effekte einer Tonwellengruppe durch die nächst¬ 
folgende trifft nicht für die Obertöne zu, wenn sie für den 
Grundton gilt. Wollte man also ein übersehbares Resultat er¬ 
langen, so mufsten die Töne, mit welchen experimentiert wurde, 
den Sinusschwingungen möglichst nahe stehen. Aber auch die 
in Kurven geschnittenen Sirenenscheiben schienen uns nicht die 
nötige Garantie zu geben, bei den einzuschaltenden Ünregel- 
mäfsigkeiten arm an Obertönen zu sein. 
Die vorstehenden Versuche haben folgende mit der Mit¬ 
schwingungstheorie in Einklang stehende Resultate ergeben,
        

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