Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Beitrag zur Resonanztheorie der Tonempfindungen
Person:
Exner, Sigm. Jos. Pollak
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit32931/1/
305 
(Aus dem Physiologischen Institute der Universität in Wien.) 
Beitrag zur Resonanztheorie der Tonempfindungen. 
Von 
Prof. SiGrM. Exner und Privdoc. Jos. Pollak. 
E. Mach sagt in seiner Analyse der Empfindungen:1 „Helm¬ 
holtz’ Arbeit, welche bei ihrem Auftreten zunächst allgemeiner 
Bewunderung begegnete, erfuhr in späteren Jahren vielfache 
kritische Angriffe, und es scheint fast, als ob die anfängliche 
Überschätzung dem Gegenteile gewichen wäre.“ Während Mach 
selbst an der Grundlage dieser Theorie, nämlich dem Satze, dafs 
die Tonempfindungen durch ein aus Resonatoren gebildetes 
Sinnesorgan vermittelt werden, festhält, haben andere die Theorie 
verworfen, weil sich auf Grund derselben noch nicht alle Er¬ 
fahrungstatsachen unserer Tonwahrnehmungen genügend ableiten 
lassen. Sowie E. Mach sind auch andere Forscher, und gerade 
jene, die sich am eingehendsten und erfolgreichsten mit der 
physiologischen und physikalischen Seite der Theorie beschäftigt 
haben, wie L. Hermann und V. Hensen, der Anschauung, dafs, 
wenn auch manche Frage noch ungeklärt ist, die Resonanz¬ 
theorie nicht fallen zu lassen sei. 
Bei den Meinungsverschiedenheiten über den Wert der ge¬ 
nannten Theorie, welche nun aber bestehen, mag es gerecht¬ 
fertigt erscheinen, wenn wir im folgenden einige Versuche an¬ 
führen, die, in ihrem Wesen identisch, darauf ausgehen, zu 
prüfen ob die dem Hören eines Tones zu gründe liegenden 
mechanischen Vorgänge jene Charaktere enthalten, welche den 
physikalischen Erscheinungen des Mitschwingens eigentümlich 
1 4. Auflage. Jena 1902. S. 209. 
Zeitschrift für Psychologie 32. 20
        

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