Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über das Helligkeitsverhältnis monokular u. binokular ausgelöster Lichtempfindungen (Fortsetzung der Untersuchungen über Dunkeladaptation des Sehorgans)
Person:
Piper, H.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit32927/1/
161 
(Aus der physikalischen Abteilung des physiologischen Instituts 
der Universität Berlin.) 
Über das Helligkeitsverhältnis 
monokular u. binokular ausgelöster Lichtempfindungen. 
(Fortsetzung der Untersuchungen über Dunkeladaptation 
des Sehorganes.) 
Von 
Dr. med. H. Piper, 
Assistenten am physiologischen Institut der Universität. 
(Mit 2 Fig.) 
Für die Vorstellung, welche wir uns über den Mechanismus 
der Vereinigung beider Sehfelder zu einem Bilde zu machen 
haben, ist die Frage von wesentlicher Bedeutung, ob sich die 
beiden monokularen Netzhauterregungen zur Auslösung einer 
einzigen stärkeren Helligkeitsempfindung summieren oder ob 
dies nicht erfolgt, d. h. also, ob wir mit zwei Augen die Dinge 
heller sehen als mit einem oder ebenso hell. Man sollte meinen, 
die Antwort wäre durch einen einfachen Versuch gegeben: man 
•• 
hätte nur zu beobachten, ob bei Schliefsung und Öffnung eines 
Auges eine abwechselnde Verdunklung und Erhellung des Ge¬ 
sichtsfeldes zu konstatieren ist. 
In dieser Weise stellte Fechner 1 Versuche an sich selbst 
und einer Anzahl anderer Personen an und kam zu dem Er¬ 
gebnis, dafs wohl die meisten, wenn sie den Himmel oder eine 
andere gleiehmäfsig weifse oder graue Fläche betrachteten und 
nun ein Auge schlossen oder verdeckten, einen ganz leichten 
Schatten über die Fläche sich legen sahen, dafs dagegen einige 
1 Fechnek: Über einige Verhältnisse des binokularen Sehens. Abhdl. 
d. Sächs. Gesellsch. d. Wissenschaften 7, 1860, S. 423. 
Zeitschrift für Psychologie 32. 
11
        

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