Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über die Unterschiedsempfindlichkeit für gleichzeitige Töne
Person:
Schaefer, Karl L. Alfred Guttmann
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit32924/10/
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Karl L. Schaefer und Alfred Guttmann. 
Oktave bis zum ds zeigt die Unterschiedsempfindlichkeit eine ge¬ 
wisse, wenn auch nicht sehr ausgesprochene, Tendenz zur 
Abnahme, wie sie ja auch bei den früher erwähnten Versuchen 
am AppuNNschen Tonmesser zu Tage trat. Weiter aufwärts mufs 
diese Abnahme sich rasch vergröfsern, denn Gabel-Zweiklänge 
aus der oberen Hälfte der vier- und dem Anfänge der fünf¬ 
gestrichenen Oktave wie 3200 -f- 3840, 3840 -f- 4000, 4000 -j- 4800, 
bei denen die Differenz der Schwingungszahlen in die Hunderte 
geht, erscheinen durchaus als ein Ton; die beiden Teiltöne sind 
nicht zu trennen, trotzdem ihr Zusammenwirken sich dem Ohre 
dadurch dokumentiert, dafs der Differenzton deutlich gehört wird. 
Bekanntlich ist die absolute Unterschiedsempfindlichkeit für 
aufeinanderfolgende Töne in der Mitte des Tonreiches am 
gröfsten und nahezu konstant, während sie in der Höhe und Tiefe 
umsomehr abnimmt, je mehr man sich den Grenzen der Skala 
nähert. Aus unseren Beobachtungen folgt also als wichtigstes 
Ergebnis, dafs die absolute Unterschiedsempfindlichkeit für gleich¬ 
zeitige Töne zwar nicht hinsichtlich ihrer Feinheit, wohl aber 
hinsichtlich ihrer Veränderungen in den verschiedenen Ton¬ 
regionen ein ganz ähnliches Verhalten zeigt wie die für auf¬ 
einanderfolgende. Besonders instruktiv dürfte es in dieser Be¬ 
ziehung sein, die nachstehende Tabelle Max Meyers 1 für 
aufeinanderfolgende Töne zu vergleichen, da sie von derselben 
Versuchsperson stammt wie unsere Tabelle I. 
Ver¬ 
stimmung 
100 
200 
400 
600 
1200 
0,35 
71 
83 
80 
84 
67 
0,65 
74 
91 
92 
90 
70 
Die Zahlen der obersten Horizontalreihe geben hierbei die 
Tonhöhenlage der Versuchsgabeln an. Die Ziffern der ersten 
Vertikalreihe bezeichnen die Schwingungszahlendifferenz der 
jeweils zu vergleichenden beiden Töne und die übrigen Rubriken 
enthalten in Prozentzahlen ausgedrückt die richtigen Urteile 
über die Frage, welcher von beiden Tönen der höhere war. 
In musikalischer Hinsicht ist vielleicht noch die folgende 
kleine Tabelle von Interesse, aus welcher hervorgeht, dafs selbst 
in der kleinen Oktave gleichzeitige Töne vom Intervall einer 
Sekunde, mehr nach der Tiefe zu aber sogar Intervalle von der 
1 Diese Zeitschrift 16, S. 358.
        

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