Bauhaus-Universität Weimar

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Über Unterscliiedsschwellen bei Mischungen 
von Kontrastfarben* 
Von 
GK Heymans. 
Die hier folgende Mitteilung bezieht sich auf die Ergebnisse 
einer bereits ziemlich alten (in 1898 abgeschlossenen) Unter¬ 
suchung, deren Veröffentlichung aber bis jetzt aufgeschoben 
wurde, weil dieselben mit dem Gegenstände meiner seitdem er¬ 
schienenen Arbeiten über psychische Hemmung1 in einem ge¬ 
wissen Zusammenhang stehen. Indem jedoch jene Ergebnisse 
auch abgesehen von diesem Zusammenhang vielleicht einiges 
Interesse beanspruchen können, empfiehlt es sich, dieselben ge¬ 
sondert den Fachgenossen vorzulegen, und erst am Schlufs kurz 
auf die Beziehung derselben zu den Hemmungserscheinungen 
hinzuweisen. 
Das Ziel der betreffenden Untersuchung war die Bestimmung 
der bei der Mischung von Kontrastfarben sich ergebenden Unter¬ 
schiedsschwellen ; das Versuchsverfahren bestand darin, dafs je 
zwei Kontrastfarben (rot und blaugrün, braungelb und blau, 
weifs und schwarz) in sechs verschiedenen Verhältnissen (5:1, 
4:2, 3:3, 2:4, 1:5, 0:6) gemischt, und für jede Mischung die 
zur Erzielung eines ebenmerklichen Unterschiedes erforderte Er¬ 
setzung der jeweilig letzteren durch die jeweilig erstere Farbe 
nach der Methode der Minimaländerungen ermittelt wurde. Der 
vielleicht etwas schwerfällige, aber immerhin brauchbare Versuchs¬ 
apparat (Fig. 1) bestand aus einem graduierten flachen Metallring 
von 40 cm Durchmesser, welcher auf einem metallenen Kreuze 
montiert war, und mittels desselben auf eine gewöhnliche Dreh¬ 
scheibe befestigt werden konnte. Auf das Kreuz wurde eine das 
Innere des Ringes ganz ausfüllende blaugrüne, blaue oder 
schwarze Farbenscheibe von 36,5 cm Durchmesser festgeschraubt; 
1 Zeitschr. f. Psychol 21, S. 321—359 u. 26, S. 305—382.
        

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