Bauhaus-Universität Weimar

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Zur Theorie japanischer Musik. 
Von 
Max Metee. 
(Mit 1 Figur und 3 Musikbeispielen.) 
In einer anderen Abhandlung habe ich einige Experimente 
beschrieben, betreffend die Abhängigkeit der ästhetischen Wirkung 
ungewohnter Ton- und Akkordfolgen von der Erwartung anderer 
Ton- und Akkordfolgen.1 Es ging aus den Versuchen hervor* 
dafs, je mehr ein Individuum bestimmte Ton- und Akkordfolgen 
erwartet, auf sie vorbereitet ist, es um so unangenehmer berührt 
ist, wenn die tatsächlich gehörten Eindrücke andersartig sind; 
dafs jedoch diese Unlust verschwindet, sobald Gewöhnung an 
die neuen Eindrücke stattfindet ; und dafs dann, wenn die neuen 
Eindrücke gemäfs den psychologischen Gesetzen der Musik auf¬ 
gebaut sind, ein entschieden lustvoller Eindruck resultiert. 
Die Neuheit der damals zum Experiment benutzten musikali¬ 
schen Eindrücke bestand einfach darin, dafs beim Aufbau der 
Musik die psychologischen Gesetze zwar befolgt wurden, dafs 
aber darauf keine Rücksicht genommen wurde, ob Intervalle 
heraus kamen, die beträchtlich kleiner als ein temperierter Halb¬ 
ton sind. Der gewöhnliche Komponist mufs solche Intervalle von 
seiner Musik ausschliefsen, weil die europäischen Musikinstrumente 
im allgemeinen die Produktion solcher Töne nicht gestatten, und 
weil unsere Musik infolge ihrer historischen Entwicklung nun 
einmal solche Töne ausschliefst. Dagegen finden wir, dafs orien¬ 
talische Musik solche kleinen Intervalle nicht selten benutzt. Es 
liegt dann nahe zu fragen, ob es nicht möglich ist, mit hin- 
• * 
reichend genauer Übereinstimmung der theoretischen Be- 
1 American Journal of Psychology 14 (3, 4); H all-Fest Schrift 1903. 
Zeitschrift für Psychologie 33. 19
        

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