Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
W. Churchill: Die Orientierung der Tasteindrücke an den verschiedenen Stellen der Körperoberfläche. Philos. Stud. 18 (3), 478-504. 1902
Person:
Kiesow
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit32891/1/
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iÂkraturberükt. 
lins Micnon. Fata. Brain 25 (99), 868—387. 1902. 
M. schildert anschaulich, vie er durch 15 jährige klinische Beobachtang 
su einer Auffassung von der Natur des Schmersee gekommen int, di« in 
manchen Punkten von der üblichen abweicht. Seine Ausführungen be¬ 
ziehen sich ausschliefslich auf die Schmerzen bei Erkrankungen der innenin 
Organe, namentlich der Bauchhöhle. Er definiert den Schmerz als „eine 
unangenehme Empfindung, die hervorgerufen wird durch die Reiinng 
irgend eines Teiles des zerebro-spinalen Nervensystem es, und welche 
hinausprojiziert wird in die periphere Ausbreitung sensorischer Nerven in 
der änfseren Wand des Körpers.“ Die Schmerzen, die wir bei Krankheiten 
der Baachorgane verspüren, sitzen in der Haut der Bauchdecken und zwar 
hat jeder Teil der Organe seine bestimmte korrespondierende Stelle in 
der äufseren Hant Gleichzeitig mit den subjektiven 8chmerzen kann man 
in vielen Fällen objektiv nach weisen: Hyperästhesie der Haut, Hyper 
ästhesie der daran ter liegenden Muskeln und partielle unwillkürliche (reflek¬ 
torische) Kontraktionen dieser Muskeln. Die Organe der Brust- und Bauch 
höhle, sowie ihre serösen Häute sind an und für sich nicht schmerz- 
empfindlich. Wir empfinden nur reflektierte Schmerzen in der Haut. Di« 
einzige seröse Haut, die sensibel ist, ist die Tunica vaginalis des Hoden«; 
sie ist nach M. auch die einzige, die mit zerebro-spinalen Nerven versorgt 
wird, während alle anderen Organe nur sympathische Nerven erhalten. 
Schböskh (Heidelberg). 
W. Chub chill. Die Orieitienwg 4er Tixteimdrieke an den verschieden 
Stellen der Körperoberfliche. Phüos. Stud. 18 (3), 478—504. 1902. 
ln dieser Arbeit liegt ans eine interessante Nachprüfung und Weiter 
führung der alten WkbKaschen Versuche über die Auffassung von Buch¬ 
staben durch die Haut vor (Leipz. Ber., 1852—1854, S. 85). Der Verl 
dehnte die Versuche auch auf erblindete wie blindgeborene Personen au« 
und suchte anXser einer Vergleichnng der Orientierung auf verschiedenen 
Körperstellen besonders auch die zwischen Gesichts- and Tastwahr¬ 
nehmungen stattfindenden Assoziationen mit zur Erklärung heranznziehen. 
— Er findet, dais sich die einzelnen Bezirke der Körperoberfl&che im all¬ 
gemeinen in drei Gruppen teilen lassen, innerhalb welcher in der Art der 
Auffassung eine grolse Konsequenz bestehe. Diese Gruppen sind: Ge¬ 
sicht, Stirn, Wangen, Kinn — die ganze Vorderseite des Körpers unter¬ 
halb des Halses — die ganze Bückseite des Körpers. Als Bedingung für 
die Richtigkeit der Auffassung betont der Verf. die Einordnung der kon¬ 
kreten Vorstellung in die Gesamtraum Vorstellung des Subjekts, die durch 
die Lage der einzelnen Körperteile bestimmt wird. Wo, wie bei allen nor¬ 
malen Personen, Gesichtsvorstellungen bei der Auffassung mitwirken, „be¬ 
herrschen diese nur die feinere Differenzierang des ganzen Gebildes, ohne 
d&Ts sie erst die absolute Orientierung nach den in der Raumvoratellong 
herrschenden Hauptrichtungen, welche den Begriff der „richtigen Orien¬ 
tierung“ möglich machen, zu schaffen brauchten.“ 
Der Verf. arbeitete mit den Buchstabenformen B, L, Af, P, R, S und W. 
Diese Formen wurden mittels eines stumpfen hölzernen Griffels vom Experi-
        

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