Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
H. Piéron: Sur l'interprétation des faits de paramnésie. Note. Rev. philos. 54 (8), 160-163. 1902
Person:
Giessler
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit32867/1/
Literaturbericht. 
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Dame zu Paris in ihnen auftauchten. Zunächst fiel es allen Versuchs¬ 
personen schwer, unter den sich herandrängenden Bildern ein bestimmtes 
zu fixieren. Will man ein bestimmtes Bild herausheben, so bekommt man 
die darauf bezüglichen Elemente zunächst in gröfster Unordnung, teilweise 
übereinander geschoben. Allmählich ordnen sie sich nebeneinander. Unter 
den Elementen gehören einige zum „Körper“ des Bildes, andere sind 
accidentell. Letztere zerfallen in drei Klassen: ganz draufsen befinden 
sich diejenigen Bilder, welche auf Assoziationen und Überlegungen zurück¬ 
zuführen sind, näher diejenigen, welche nicht zum eigentlichen Bilde ge¬ 
hören, sondern nur dazu dienen, leere Stellen auszufüllen, und welche erst 
nach der Entstehung des Bildes hinzugekommen sind, drittens Elemente 
negativer Art, d. h. leere Stellen oder neutrale Plätze, welche nicht aus¬ 
gefüllt werden. Zur inneren Zone gehören ebenfalls drei Reihen von 
Elementen: zunächst die Umrisse des Gesamtbildes als vages Zusammen, 
aus dem sich jedoch die Individualität des Bildes bereits heraushebt, ferner 
die Umrisse von kleinen Teilbildern innerhalb des Gesamtbildes, endlich 
diejenigen Elemente, welche die „Seele des Bildes“ darsteilen, das Echo 
der ursprünglichen Perzeption. 
Es fragt sich, was denn eigentlich von der ursprünglichen Perzeption 
eines Bildes übrig bleibt. Das Bild hat im Laufe der Zeiten verschiedene 
Wandlungen erlebt. Die Bilder, wie wir sie gebrauchen, sind nur unbe¬ 
stimmte Silhouetten. Aber sie genügen für den Gebrauch. Die älteren 
Elemente erscheinen in bestimmten Umrissen, sie gehören zum Fond des 
Bildes alB Residuen der Empfindung. Diese Elemente sind jedoch gering 
an Zahl. Denn sie werden umgeformt in der Weise, dafs sie für unsere 
sinnlichen Operationen brauchbarer werden. Von den hinzukommenden 
Elementen sind die einen imaginativ und daher von derselben Art wie die 
primitiven Elemente, die anderen logischer Natur. — 
Obwohl Verf. die einzelnen Resultate seiner Analyse durch Beispiele 
zu erläutern bemüht ist, will es Ref. doch dünken, als ob an manchen 
Stellen zu viel Unterschiede gemacht seien. Giesslek (Erfurt). 
H. Piébon. Sur l’interprétation des faits de paramnéste. Note. Rev. philos. 
54 (8), 160—163. 1902. 
Die wichtigsten Hypothesen hierüber sind die von Bouhdon über die 
Verwirrung des Wiedererkennens und die von Dügas über die Verdoppe¬ 
lung der Persönlichkeit. Nach P. vermag eine einfache Verwirrung von 
seelischen Zuständen das Auftreten einer solchen präzisen Illusion nicht 
zu erklären. Auch Dugas’ Erklärung reicht nicht aus. Denn in den Fällen 
von Verdoppelung der Persönlichkeit ist dieses Phänomen noch nicht be¬ 
obachtet worden. Wohl aber können wir auf diesem Wege die Erklärung 
finden. 
Bekanntlich braucht eine Perzeption vom persönlichen Bewufstsein 
nicht aufgenommen zu werden, sondern sie kann unbewufst bleiben und 
erst nach einiger Zeit ins Bewufstsein Vordringen, und zwar mit dem 
Charakter des Entfernten, Traumhaften. Erfolgt dann in einem bestimmten 
Moment unter dem Einflüsse dieser vordringenden Perzeption oder unter 
irgend einem anderen Einflufs eine Art Erschütterung, so findet ein Er-
        

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