Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Heilbronner: Über Fugues und fugue-ähnliche Zustände. Jahrb. f. Psychiatrie 23, 107-206. 1903
Person:
Umpfenbach
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit32845/1/
Literaturbericht. 
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tIbilbronkeb. Über epileptische Manie nebst Bemerkungen über die Ideenflncht. 
Monats8chr. f. Psychiatrie u. Neurol 13 (3), 193—209; (4), 269—290. 1903. 
Das Vorkommen der epileptischen Manie wird von vielen direkt ge¬ 
leugnet; andere behaupten es, geben aber zu, dafs die Krankheit sehr 
selten ist. H. bringt hier zwei Beobachtungen, welche an dem Vorkommen 
nicht zweifeln lassen. In beiden sind die Erscheinungen der Ideenflucht 
und der Ablenkbarkeit im Sinne Kraepelins sehr ausgesprochen. Inter¬ 
essant ist im letzten Falle die Konstatierung, dafs sich Ideenflucht bei 
«inem Zustandsbilde ohne Rededrang durch geeignete Untersuchungs¬ 
technik nachweisen läfst. Ideenflucht ohne Rededrang hat bereits Bon- 
hoepper an Alkoholdeliranten, Heilbronner selbst bei Aphasischen be¬ 
schrieben. Im vorliegenden Falle handelt es sich um ideenflüchtige Asso¬ 
ziationen im epileptischen Htupor. Die bisherige Meinung war, dafs Ideen¬ 
flucht unabhängig von Rededrang nicht Vorkommen kann. H. definiert die 
Ideenflucht im engeren Sinne: Als ideenflüchtig ist diejenige Folge von 
Vorstellungen aufzufassen, bei der je zwei aufeinanderfolgende Glieder 
durch innere Verwandtschaft verknüpft sind, während eine direkte asso¬ 
ziative Verwandtschaft zwischen den in der Reihe entfernter stehenden 
Gliedern vermifst wird ; bei längeren Reihen entfällt infolgedessen die Mög¬ 
lichkeit, eine allen Gliedern verwandte Vorstellung zu eruieren. — 
H. bespricht dann, was für die Unabhängigkeit der Ideenflucht von 
einer Erleichterung der psychomotorischen Vorgänge spricht. Die Ideen¬ 
flucht mufs noch an besondere Bedingungen geknüpft sein. Wie es Zu¬ 
stände von Ideenflucht ohne motorische Erregung gibt, — vermifst man 
umgekehrt bei den katatonischen Erregungszuständen trotz eines intensiven 
auf eine motorische Erregung zurückzuführenden Rededrauges in der Regel 
so gut wie ganz die Ideenflucht. Auch das Symptom der Ablenkbarkeit 
geht der Erleichterung der psychomotorischen Vorgänge nicht parallel, 
kann demnach nicht allein von diesem abhängig sein, darf aber auch 
andererseits genetisch der Ideenflucht nicht gleichgestellt werden. Die 
Ideenflucht im engeren Sinne, auch beim Maniakus, darf aus der blofsen 
.Steigerung der psychomotorischen Erregung schlechthin nicht erklärt 
werden. Im Hinblick auf die Ideenflucht ist man gezwungen bei der 
Manie auch auf dem Gebiete der Assoziation eine Störung anzunehmen 
und zwar im Sinne einer Erleichterung. Die Erleichterung des Vorstel¬ 
lungsablaufes darf nicht ohne weiteres einer Besserung der assoziativen 
Leistungen gleichgesetzt werden. Nicht die absolute Intensität des Rede- 
dranges, sondern dessen Verhältnis zum überhaupt vorhandenen und 
momentan paraten Vorstellungsschatze ist ausschlaggebend für den Inhalt 
des maniakalischen Rededranges. Dem ideenflüchtigen Rededrange ist der 
Beschäftigungs- und Tatendrang des Maniakus gleichwertig; auch hier mufs 
mit dem Zuflufs assoziativer Erregungen gerechnet werden. 
Umpfenbach. 
Heilbronner. Über Fugues und fugue - ähnliche Zustände. Jahrb. f. Psychiatrie 
23, 107—206. 1903. 
H. hat nochmals die ganze Literatur, die bisher über den krankhaften 
Wandertrieb (Poriomanie) besteht, gesichtet, bringt 13 neue Fälle bei, und
        

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