Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A. Pick: Beiträge zur Lehre von der Echolalie. Jahrb. f. Psychiatrie u. Neurol. 21, 283-393. 1902
Person:
Umpfenbach
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit32832/1/
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Literaturbericht. 
Il 4M ton Bayer. 1. Bas SanerstoffbedlrfnU des lerven. Zeitschrift für all¬ 
gemeine Physiologie 2, 169—179. — 2. Notizen nr Frage nach der Eraidng 
des Herren. Ebenda 180—182. 
Die wichtige, bisher noch nicht eindeutig entschiedene Frage, ob der 
Nerv von der Sauerstoff zufuhr, wie vielfach angenommen wird, tatsächlich 
unabhängig sei, wurde ton Bayer durch Versuchsreihen geprüft, bei denen 
Nerven in besonders konstruierten feuchten Kammern durch lange Zeit 
der Einwirkung von möglichst reinem Stickstoff und Wasserstoff ausgesetzt 
und in passenden Zeitabständen durch Induktionsschläge auf Erregbarkeit 
geprüft werden konnten. Es zeigte sich, dafs der Nerv durch Liegen in 
solchen indifferenten Gasen in etwa 3—5 Stunden seine Erregbarkeit 
einbüfst, sich aber dann nach 3—5 Minuten währender Sauerstoffzufuhr 
erholt. Die physiologische Leitfähigkeit des Nerven wurde durch Er¬ 
stickung aufgehoben, konnte aber ebenfalls durch kurzdauernde Sauerstoff 
zufuhr wieder hergestellt werden. Bei hoher Temperatur erfolgte die Er¬ 
stickungslähmung erheblich schneller, als in der Kälte, und von Bayer inter¬ 
pretiert dieses Versuchsergebnis zugunsten der von ihm selbst and von 
Vbrworn vertretenen, sonst aber vielfach bestrittenen Ansicht, dafs die 
Zellen im allgemeinen, im vorliegenden Fall im besonderen die Nerven¬ 
fasern, Sauerstoffdepots besitzen. Zugunsten dieser Auffassung wird aufser 
der durch Erleichterung des ö- Transportes bedingten Beschleunigung des 
0* Verbrauchs bei höheren Temperaturen und der konsekutiven schnelleren 
Erstickung auch das stundenlange Überleben in reiner Stickstoffatmosphäne 
herangezogen, welches ebenfalls nach B. durch Vorhandensein von 0- Depots 
und Benutzung derselben bis zur Erschöpfung zu erklären wäre. 
Versuche über die 0 entziehende Wirkung reduzierender chemischer 
Substanzen führten zu keinen eindeutigen Ergebnissen; ebensowenig ge¬ 
lang es, durch vergleichende Versuche an verschiedenen Nerven Positives 
zur Ermüdbarkeitsfrage zu ermitteln. H. Piper (Berlin). 
A. Pick. Beiträge Zür Lehre von der Echol&lie. Jahrb. f. Psychiatrie u. JYeuroL 
21, 283-393. 1902. 
Nach Pick ist die akut auf tretende Echolalie als eine Schwäche¬ 
erscheinung, als eine Form des Verlustes der hemmenden Funktion des 
linken Schläfelappens auf das motorische Sprachzentrum aufzufassen. Bei 
Läsion jenes Lappens mufs dann entsprechend häufig Echolalie beobachtet 
werden. Zum Beweis der Richtigkeit seiner Ansicht kann der jetzt mit¬ 
geteilte Fall angesehen werden, wo es sich mit aller Wahrscheinlichkeit 
um eine Erweichung in der Gegend des Gyrus angularis handelt mit Be¬ 
teiligung des angrenzenden Abschnittes des Schläfenlappens. 
___ Umpfenbach. 
G. J. Schoute. Der Netzhantzapfen in seiner Funktion als Endorgan. Zeitschr. 
f. Augenheilk. 8 (4), 419. 
In Erweiterung und Ergänzung früherer Arbeiten (vergl. diese Zeit¬ 
schrift 19, S. 251) sucht Verf. exakt die Natur des Zapfens als Endorgan zu 
beweisen, indem er zeigt, dafs derselben Lichtmenge (d. h. also Prodokt 
aus Helligkeit und Gröfse der leuchtenden Fläche) stets dieselbe Wahr-
        

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