Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
W. Wirth: Ein neuer Apparat für Gedächtnisversuche mit sprungweise fortschreitender Exposition ruhender Gesichtsobjekte. Mit 4 Fig. im Text. Philos. Stud. 18 (4), 701-714. 1903
Person:
Kiesow
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit32781/1/
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Literaturbericht. 
durchschnittlichen Fehler beurteilt als vier Elemente in einer ungewöhn¬ 
licheren Anordnung. Wenn eine Anzahl von Elementen gleichmäfsig über 
eine gewisse Fläche verstreut ist, so erscheinen die Elemente zahlreicher 
als wenn sie auf einem kleineren Teil derselben Fläche zusammengedrängt 
sind. Wenn jedoch die Elemente zusammen mit der Fläche verkleinert 
werden, z. B. vermittels einer Vergröfserung der Entfernung vom Auge, 
so erscheint ihre Zahl gröfser. Eine Reihe ähnlicher Versuche zeigt das¬ 
selbe Ergebnis; nämlich, dafs das Zahlurteil abhängig ist von unseren Er¬ 
fahrungen betreffend die gewöhnlichsten räumlichen Anordnungen einer 
gegebenen Zahl von Elementen. Max Meyer (Columbia, Missouri). 
W. Wirth. Ein neuer Apparat für fiedächtnisversnche mit sprungweise fort¬ 
schreitender Exposition ruhender Gesichtsobjekte. Mit 4 Fig. im Text. 
Philos. Stud. 18 (4), 701—714. 1903. 
Dieser neue Apparat des Verf. gestattet wie der von Ranschburg be¬ 
schriebene (.Monatsschrift für Psychiatrie und Neurologie 10, 8. 321), die ruhige 
Exposition einzelner Glieder einer Reihe von Gesichtsgegenständen, die bei 
variablen Intervallen hinter dem Diaphragma eines Schirmes sich sprung¬ 
weise dem Beobachter darbieten. Nach den Angaben besitzt der Apparat 
vor dem RANSCHBURGSchen den Vorteil, dafs er geräuschlos arbeitet. Der 
Apparat wird durch ein Gewicht bewegt und ist mit besonders einge¬ 
richteten elektromagnetischen Widerhaltern versehen. Er wird in zwei 
Formen beschrieben : in einer einfacheren als Scheibenapparat, der wie der 
RANSCHBURGSche die sprungweise Exposition von 60 Objekten zuläfst und 
sodann in einer komplizierteren, bei welcher die Bewegung auf eine 
Trommel mit endlosem Papier übertragen wird, welch letzterem die darzu¬ 
bietenden Gesichtsobjekte aufgedruckt sind. Kiesow (Turin). 
Kate Gordon. Meaning in Memory and in Attention. Psych. Rev. 10 (3), 
267—283. 1903. 
Verf. will zu den zwei Assoziationsgesetzen der äufseren und inneren 
Assoziation, d. h. Assoziation durch Zusammensein und durch Ähnlichkeit, 
noch ein drittes hinzufügen, Assoziation durch Bedeutung. Verf. berichtet, 
nach einer kurzen historischen Übersicht, über einige Experimente. Neun 
sinnlose Silben wurden gelernt und das Resultat verglichen mit dem der 
Erlernung von neun Silben unter komplizierteren Bedingungen. Wenn die 
Silben, statt alle am selben Ort zu erscheinen, an verschiedenen Plätzen 
in der Form eines Kreises auftraten, so war die Erlernung leichter und der 
ganze Vorgang nach Aussage der Versuchspersonen viel angenehmer. In 
einem anderen Fall waren die Silben der Vergleichsreihe auf ver¬ 
schieden gefärbte Papiere gedruckt. Vier von fünf Versuchspersonen 
lernten besser, wenn die Farbenunterschiede sich darboten. Einige weitere 
Experimente, mit bezug auf den Einflufs einfacher und komplizierter 
Figuren auf die Aufmerksamkeit, zeigen, dafs komplizierte Figuren die 
Aufmerksamkeit im allgemeinen leichter auf sich ziehen und länger auf 
sich konzentriert erhalten als einfache Figuren. 
Max Meyer (Columbia, Missouri).
        

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