Bauhaus-Universität Weimar

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Literaturbericht. 
er ist sich selbst allem Autorität; seine Interessen bestimmen sein Handeln; 
sein „Wille zur Macht“ ist allein richtunggebend für sein. Tun, ob es auch, 
die Rechte anderer 'tangiert. Aber freilich Stibneb bean.spru.cht diese 
Stellung nicht für sich allein, sondern koniediert sie jedem anderen. Bei 
ihm: Kampf aller gegen alle; bei der Kranken: sie allein gegen die ganze 
Welt. „Durch diese Umgestaltung wird aber auch das ßTm^xasche System“ 
(das die Kranke übrigens für den Ausbau ihres Systems wahrscheinlich 
nicht verwertet hat) „zu einem Systeme paranoischer Natur, da der Träger 
der Ideen für sich eine ganz besondere Stellung, eine objektiv nicht gerecht¬ 
fertigte, durch Tatsachen nicht gestützte Bevorzugung gegenüber der Mit¬ 
welt verlangt.“ Spislmeyxb (Freiburg). 
E. Toulouse et N. Vabchide. Recherches expert nenf&les sir la sensibilité 
olfactive dans la paralysie générale. Revue de Psychiatrie et de Psychologie 
expérimentale i, (2), 64—71. 1902. 
Die Verff. untersuchten im ganzen 28 Frauen, die den drei ver¬ 
schiedenen Stadien der allgemeinen Paralyse (période de début, période 
d’état avec démence confirmée et période de gâtisme) angehört©. Die ver¬ 
wandte Methode war di© bereite mehrfach von ihnen beschriebene. Als 
Reizmittel wurden wässerige Lösungen von Kampfer benutzt. 
Im Gegensatz zu A. Voisw (Union Médicale, 1867) fanden die Verff., 
dais Anosmie im Anfangsstadium der Paralyse nicht auf tritt. 
Aufs er dem wurden Versuch© mit Ammoniaklösungen an gestellt, um 
die „sensibilité tactile olfactive“ bei diesen Kranken zu prüfen. 
Die Verff. unterscheiden di© Sensation (impression olfactive de nature 
indéterminée) von der Perzeption (reconnaissance du. corps odorant). Sie 
fanden, die Sensation im ersten Stadium nur wenig schwächer als bei 
normalen Menschen, während di© Perzeption hier schon stark herabgesetzt 
war. Mit der Zunahme der Krankheit wurde auch die Sensation schwächer. 
Dem Texte sind mehrere Tabellen eingefügt. Kœsôw (Turin). 
E. C. Sanfokd. Mental Growth and Decay. Am. Journ. of Psychol. II (3), 
426—449. 1902. 
Sanford veröffentlicht eine vor dem philosophischen Klub des Bryn 
Mawr College gehalten© Rede über di© menschlichen Lebensalter. Er 
unterscheidet deren sieben, nämlich (beim Mann) : Kindheit, bis zu 3 Jahren, 
Knabenalter, bis zu 12 oder 14 Jahren, Jünglingsalter, bis zu 25 Jahren, 
Alter des jungen Mannes, bis zu 40 Jahren, mittlere® Lebensalter, bis zu 
56 oder 60 Jahren, .Alter, bis zu 70 Jahren, Greisenalter. Für jedes Alter 
versucht nun Santo an die wichtigsten physiologischen und psychologischen 
Eigentümlichen anzugeben, wobei freilich weder besonders originale noch 
besonders exakt gewonnene Erkenntnisse zum Vorschein kommen. 
Düäb (Würzburg).
        

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