Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Y. Delage: Sur les mouvements de torsion de l'oeil. Arch. de Zoologie expérimentale et générale, 261-306. 1903
Person:
Nagel, W. A.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit32702/1/
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Literaturbericht. 
Wiesens zum ersten Mal die Grauglut als Vorstufe der Rotglut klar und 
deutlich erkannt und beschrieben hat, nämlich Aubert, (Physiologie der 
Netzhaut, 1865). Ihm und nicht H. F. Weber kommt das Verdienst zu, die 
Grauglut entdeckt zu haben. 
Die Parinaud -v. KRiESSche Hypothese über die Funktion der Stäbchen 
nimmt Verf. an, gliedert aber an sie eine nach der Ansicht des Ref. unhalt¬ 
bare weitere Hypothese über die Entstehung oder das Wesen der partiellen 
Farbenblindheit. Ausgehend nämlich von der Annahme, der „neutrale 
Punkt“ im Spektrum des Farbenblinden falle mit dem Maximum der 
Dämmerungswerte zusammen, glaubt Verf. einen grofsen Teil der Er¬ 
scheinungen der partiellen Farbenblindheit durch die Hypothese erklären 
zu können, dafs die Dichromaten auch in der Fovea centralis Stäbchen 
haben. Da die Dichromaten jedoch in der Fovea centralis genau dieselbe 
Minderempfindlichkeit zeigen, wie der normale Farbentüchtige und auch 
bei ihnen kein PuRKiNjEsches Phänomen innerhalb des fovealen Gebietes 
auftritt, mufs Verf. die Hilfsannahme machen, dafs „die in der Fovea 
centralis und zum Teil wohl auch noch die in der Macula lutea befindlichen 
Stäbchen ihrer Adaptationsfähigkeit verlustig gegangen und dafür auch 
beim Hellsehen mit einer gröfseren Empfindlichkeit ausgestattet sind, als 
die Stäbchen des Farbentüchtigen.“ 
Nimmt man hierzu noch die dem Verfasser allerdings nicht bekannte 
Tatsache, dafs auch die relative Empfindlichkeit für die einzelnen spektralen 
Lichter bei diesen hypothetischen „fovealen Stäbchen“ anders, d. h. so wie 
bei den Zapfen beschaffen sein müfste, dafs ferner bekanntermafsen die 
zeitlichen Verhältnisse der Erregung in der Fovea beim Dichromaten 
dieselben sind, wie beim Normalen, so bleibt für die „Stäbchen“ der Fovea 
nichts charakteristisches mehr, als der Name. In Wirklichkeit sind es 
Zapfen. W. A. Nagel (Berlin). 
Chr. Ladd-Franklin. An Ill-considered Oolortheory. Psychological Review 10, 
551—555. 1903. 
Eine scharfe, nicht unverdiente Abfertigung der Farbentheorie 
E. v. Oppolzers. Dem Autor dieser Theorie werden grobe Irrtümer 
nachgewiesen. W. A. Nagel (Berlin). 
H. Herzog. Über einen neuen Lidmuskel. Vorläufige Mitteilung. Anatom. 
Anzeiger, Bd. 24, 332—335. 1904. 
Verf. hat bei Lemur Macaco (Mohrenmaki) Durchschnitte durch 
die Oberlider hergestellt, dabei den Muskulus Riolani äufserst schwach 
entwickelt gefunden, dagegen statt dessen einen neuen kleinen Muskel 
entdeckt, der vom Lidrand in zwei Portionen entspringt und zu den 
Haarbälgen hinaufzieht. W. A. Nagel (Berlin). 
Y. Delage. Sur les mouvements de torsion de l’oeil. Arch, de Zoologie ex¬ 
périmentale et générale, 261—306. 1903. 
Verf. verwertet seinen starken Cornealastigmatismus, um nach dem 
Vorbilde von Javal und A. Nagel die Raddrehungen seiner Augen bei 
Seitwärtsneigung des Kopfes zu beobachten und zu messen. Der Beobachter 
sitzt aufrecht in einem vorn offenen Kasten, der hinter dem Kopfe des
        

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