Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kalberlah: Über die Augenregion und die vordere Grenze der Sehsphäre Munks. Archiv f. Psychiatrie 37, (3)
Person:
Spielmeyer
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit32683/1/
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Literaturberieht 
Schädels, der senkrechte, der vertikale und der von hinten nach vorn 
gehende Durchmesser miteinander in Korrelation stehen, derart, dato 
Kinder, welche die eine Dimension starker ausgeprägt zeigen als andere 
Kinder, auch in den anderen Dimensionen jene durchschnittlich ttbertreffen. 
Die beiden letzten Abhandlungen berichten über Schftdelmessungen 
an blinden und taubstummen Kindern. Die Durchschnittswerte, verglichen 
mit den Durchschnitten von normalen Kindern entsprechenden Alters er¬ 
gaben übereinstimmend für beide Kategorien der Mindersinnigen: in einer 
ersten Periode, etwa bis zu 8 Jahren, Neigung zur Brachycephalie, in der 
weiteren Entwicklung steigende Tendenz zur Mikrocephalie. Die zeitweilig 
gelegte Vermutung, dafs die Funktionsatrophie gewisser Grofshimzentren 
sich in den Schädelmafsen ftufsere, bestätigte sich nicht durchgehends. 
Zwar war bei den Blinden der von vorn nach hinten gehende Schldel- 
durchmesser besondere kurz, was einer Atrophie des im Ilinterhauptlappen 
liegenden Sehzentrums entsprechen würde; da aber die Taubstummen ganz 
ähnliche Verhältnisse zeigten, war obiger Schlufs nicht haltbar. 
W. Stibk (Breslau). 
Fa. QmwMAcmxws. Beiträge mr Physiologie ies lemisyitemi, speziell ier 
Sinnesorgane. Leipzig (Th. Thomas) 1903. 25 8. 
Vert, der ein© gröfsere Arbeit auf dem Gebiete der Entwicklungs¬ 
mechanik in Aussicht stellt, hat sich bei Gelegenheit dieser Untersuchungen 
veranlafst gesehen, über die Physiologie des Nervensystems einige An¬ 
sichten in Form einer Meinen Broschüre zu Äufsern, die in drei Teile zer¬ 
fällt: I. Physiologie der Nervenerregung, II. Phylogeni© der Sinnesorgane, 
III. Bewusstsein. Neues habe ich darin nicht finden können. Im Bestreben, 
die doppelsinnige Leitung im Nerven als bedeutungsvoll für die ver¬ 
schiedensten Probleme hinzustellen, bringt Verf. manche richtigen Argu¬ 
mente bei, manche Indessen sind so dürftig fundiert, dafs man sich wundern 
mufs, solches von einem. Manne geschrieben zu sehen, der allerlei gelesen 
zu laben scheint. W. A. Nagel (Berlin). 
H. Munk. Zur Physiologie iw Grofshirnriude. Verhandl. physiol. Geselisch. 
Berlin, Juni 1902. (Zentralbl. f. Physiol) 
Polemisches gegen Hitzig. W. A. Nauru (Berlin). 
Kaxbeblab (Halle a. S.). Oker die iigiireglom and die fordere G renie der 
Sehsph&re Munka. Archiv f. Psychiatrie if, (8). 
Die Mer mitgeteilten, sehr sorgfältigen Untersuchungen beschäftigen 
sich mit der viel diskutierten Frage, ob die von Munk behauptete scharfe 
vordere Abgrenzung seiner sog. Sehsphftr© in der von ihm verteidigten Fora 
zu Recht besteht. Kalbkblah erzeugte experimentelle Läsionen an den 
verschiedensten Stellen der Konvexität der Himhemisphären, die von der 
vorderen Grenz© der Sehsphäre mehr weniger entfernt bleiben, reap, die 
letztere nur in einer bestimmten Versuchsserie überschreiten. Dabei ergibt 
eich, dafs „Sehstörungen sowoM bei Ausschaltungen der Rinde vor der von 
Munk behaupteten vorderen Grenze der Sehsph&re innerhalb der sog. Augen-
        

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