Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A. J. Kinnaman: Mental Life of two Macacus Rhesus Monkeys in Captivity. I u. II. Americ. Journ. of Psychol. 13 (1), 98-148; (2), 173-218. 1902
Person:
Dürr
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit32676/1/
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Literatur bericht. 
Wissenschaft, Philosophie, Kunst, Eigentum, Wirtschaft u. a. behandelt sind. 
Innere Geschlossenheit und Systematik in der Behandlung mag gerade 
hier der eine oder der andere Leser besonders vermissen; es liegt aber in 
der Natur der Sache, dais auf diesem fast völlig jungfräulichen Gebiet die 
Darstellung mehr aphoristisch ausfällt und dem Leser nur eine Beihe von 
einzelnen Gesichtspunkten bietet, die jedoch sämtlich sehr beachtenswert 
und interessant sind, weil sie auf die allgemeinen Zusammenhänge hin- 
weisen, in die jedes einzeln© Kulturgut ein geschlossen ist, Zusammen¬ 
hänge, die dem allgemeinen Denken noch viel in fremd sind. 
In dem. letzten Abschnitt, der von den sozialen Verbänden handelt, 
freuen wir uns die staatlichen Zustände auch der tieferen Stufen etwas 
eingehender behandelt zu finden und vor allem einer ausführlicheren Dar¬ 
stellung von H. ScBümrz’ genialer Untersuchung über dl© Bedeutung der 
Männerbünde, über die zentripetale, organisierende Tendenz der Männer 
im Gegensatz zu dem. zentrifugalen Charakter der weiblichen Natur zu 
begegnen, 
Dm Heine Buch ist vor allem, für Laien wertvoll, für Laien Im 
engeren und im weiteren Sinne; und wer wäre auf diesem Gebiet© im 
weiteren Sinne kein Laie ? Denn es enthält eine Fülle von Ausblicken und 
Gesichtspunkten, die sowohl für di© Theorie wie für die Praxis der sozialen 
Erscheinungen von der größten Wichtigkeit sind und die doch noch weit 
davon entfernt sind, nns allen geläufig, geschweige denn in Fleisch, und. 
Blut übergegangen zu sein, A. Vierkandt (Gr. - Lichterfelde). 
A. J. Kinnaman. Mental Life of two Macteti Bits«« Monkeys la Oiptirtty. 
I u. II. Americ. Jowm. of Psyekol 11 (1), 98—148; (2), 178—218, 19HL 
Von den verschiedenen Methoden der Tierpsychologie, deren er fünf 
unterscheidet, glaubt Verl, dafs sie einzeln angewandt kaum zu dem ge¬ 
wünschten Resultat führen, dafs sie vielmehr am zweckmäßigsten alle zu¬ 
sammen zur Beobachtung eines Tieres herangezogen werden. Die vorliegende 
Arbeit aber enthält vor allem die Ergebnisse experimenteller Unter¬ 
suchungen, Es kann freilich nicht di© sonst zumeist in der Psychologie 
übliche Eindrucksmethode, sondern nur die Ausdrucksmethode sein, 
welche zur Ergründung des Seelenlebens eines Affenpärchens in Betracht 
kommt. Di© Hauptschwierigkeit besteht also, wie leicht einzusehen, ist, 
nicht in der Gewinnung, sondern in der Deutung der Ergebnisse. Der 
Grundgedanke der Methode, die zur Gewinnung von Resultaten führen 
soll, ist etwa der, dafs durch eine Erschwerung der Nahrungsgewinnung 
die Affen zu lebhafter Entfaltung ihres geistigen Lebens angeregt werden 
können. Demgemäfs konstruierte Kinnaman zunächst ein© Anzahl von 
Futterbehältern, die auf verschiedene Weise verschlossen sind. Diese 
Futterbehälter werden von den Affen nach verschiedenen vergeblichen 
Versuchen geöffnet. Verf. konstatiert hierbei ebenso wie schon Thorndike 
bei ähnlichen Experimenten ein allmähliches Lernen durch allmähliches 
Ausschalten unnützer Bewegungen und, durch allmählich© Verstärkung 
zweckmäßiger Handgriffe. Ferner glaubt Kinn aman auf Grund dieser Ver¬ 
such© bereits ein© ganze Reihe von Tatsachen feststellen zu können, wie
        

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