Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ch. H. Sears: A Contribution to the Psychology of Rhythm. Amer. Journ. of Psychol. 13 (1), 28-61. 1902
Person:
Dürr
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit32658/1/
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Literaturbericht. 
system, wo die Abszisse für di© Grttfs© der Normalintervalie, di© Ordinate 
für die Gröfse der Zeitschätznngen als Mafsstab dient, und diesen 
Kurven Plethysmogramm© parallel gehen in lassen, deren 
Abszisse doch dem Ablauf der Zeit entspricht, das ist dem Referenten 
unverständlich geblieben. Auch die Tabellen geben Rätsel auf und ent¬ 
halten, soweit ersichtlich ist, elementare Fehler. Es seien daher hier nur 
die wichtigsten Resultate in der Formulierung des Autors noch wieder* 
gegeben, wobei es unentschieden bleiben mufs, inwiefern dieselben brauch¬ 
bar sind : 
1. Di© vasomotorisch© Kurve koinzidiert in wenigstens 50% der Falle 
mit den Schwankungen der Zeitschätzung. 
2. Für Zeitintervalle, die gröfser sind als 8,7 Sekunden kann die 
Atmung als unterstützendes Hilfsmittel der Zeitschätzung dienen. 
3. Das WiBiasch© Gesetz gilt nicht für die Schätzung von Zeit¬ 
intervallen, 
Dies letztere Ergebnis folgt, nicht aus den Versuchsresultaten von 
Stevens, nach denen die Furage der Gültigkeit des Womchen Gesetzes 
für Zeitschätzungen vielmehr unentschieden bleiben müfste. 
Düna (Würzburg). 
Cm H. S*a*s. A Osatribttttei t© fl,® Psychology of RlyftaL Amer. Jmrm« of 
AyeAol. Il (1), 28—81. 1902. 
Verf. will experimentell der Frage näher treten, inwieweit ein geübter 
Musiker dem, Verhältnis der ganzen, halben, Viertels, achtele Noten usw. 
Rechnung trägt, wieweit überhaupt Übereinstimmung In den Zeitverhält- 
nissen der einzelnen Takte herrscht. Er richtet daher ein, Harmonium so 
ein, dafs die Tonhämmer, solange der Ton andauert, einen Kontakt 
schliefsen, wodurch ein elektrischer Strom, zu einem elektromagnetischen 
Registrierapparat geleitet wird, der auf einem Kymographion Jene Tondauer 
verzeichnet. Seine Versuche mit verschiedenen geübten Klavierspielern 
ergaben, dafs zunächst individuelle Unterschiede im Tempo des Spielens 
vorhanden sind. Eine ganze Note hat bei verschiedenen Individuen und 
bei demselben Individuum in verschiedenen Stücken einen verschiedenen 
Zeitwert Aber es variieren die Zei.tm.afse auch bei. einem Individuum in 
einem und demselben Stück. Der mittler© Zeitwert der Bruchteile von 
Noten entspricht nicht genau dem jeweiligen Bruchteil des mittleren Zeit¬ 
wertes der ganzen. Noten, und die Abweichung vom exakten Wert wird 
nicht geringer, wenn di© Melodie mit Begleitung gespielt wird, wie die« 
MEUmann vermutet hat. Betonte und unbetonte Noten unterscheiden sich 
nicht immer hinsichtlich der Länge. Aber häufig ist doch, die betonte 
Note' länger als die unmittelbar folgende unbetonte von gleicher Längen¬ 
bezeichnung. Endlich ist noch hervorzuheben, 'dafs. die Versuche von, 
Sears häufig ein Andauern des vorausgehenden. Tons über den Beginn des 
folgenden hinaus erkennen lassen. Intervalle kommen gelegentlich, auch 
vor, besonders wenn dieselbe Note zweimal unmittelbar nacheinander 
gespielt wird. Dabei hat aber ©in. Inter?.all keinen Einfiufs auf die Länge 
des Taktes, indem di© dem Intervall vorausgehende Note entsprechend 
verkürzt wird. Dürr (Würzburg).
        

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