Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
K. Kroiss: Zur Methodik des Hörunterrichts. Beiträge zur Psychologie der Wortvorstellung. Wiesbaden, J. F. Bergmann. 1903. 103 S.
Person:
Schaefer
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit32655/1/
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JÂteraturbfridkt. 
führeng der Bestimmungen von einer beendigten Adaptation für die be¬ 
treffenden Reizintensitftten entfernt ist, desto mehr mob der ebenmerkliche 
Unterschied davon entfernt sein, in demselben Verhältnisse ils die Bei**' 
Intensität an variieren, und desto mehr müssen folglich die Ergebnisse der 
Untersuchungen davon entfernt win, bei verschiedenen absoluten Inten, 
eitäten eine konstante relative Unterschied»* mpfindliehkeit an zeigen,“ 
1st aber die Adaptation der Netshaut bei jeder einseinen Bestimmung 
für die eine der beiden aur Bestimmung benutxten Reiaintensitäten ab- 
geschlossen, so besteht das Ergebnis Scmxus vollständig zurecht» dab dis 
relative UnterecMedsempindlichkeit innerhalb einer sehr greisem Inten 
si taten Skala, konstant ist. 
Was das Wunsche Gesetz für den Lichtsinn betrifft, so ist dies** 
für einen groben Bereich von Intensitäten gültig, wenn nur du Auge für 
die betreffende Kei«intenint* »datiert ist Die Arbeiten derjenige» 
Autoren, welche gegenteilige Resultate seitigten, lassen erkennen, dab der 
fundamentale Einduis der1 Adaptation nicht hinreichend, berücksichtigt, ist 
IL Piran i Berlin , 
K. Kboibä. tmi Bttitift im IlmtSTTkktz. Beiträge aur Psychologie der 
Wort Vorstellung. Wiesbaden, J. F, Bergmann. 1908, 1,08 8- 
Eb ist erfreulich au sehen, wie sich mehr und mehr die Überzeugung 
Rahn, bricht» dab die taubstummen Kinder vor allen Dingen auf etwaige 
Reste des Gehöre untersucht und die Befunde pädagogisch ausgenutxt 
werden müssen. Auch der Vert steht auf diesem Standpunkt und tritt 
mit Nachdruck dafür1 ein» dab bei Sprachstörungen der Unterricht nicht 
von veralteten philologischen, Mindern von modernen medizinischen Ge¬ 
sichtspunkten ans au letten sei, Ei kommt beim Sprechenlernen nicht 
allein, darauf an» dab das Kind hört» sondern auch auf die Fähigkeit» das 
Gehörte mit den bereits erworbenen Vorstellungen iweckmäbig au ver¬ 
knüpfen. WDI© akustische Apperzeption ist das Produkt der Wechsel¬ 
wirkung a wischen den älteren Vorstellungen und den perzipierten Laut- 
verbindmngem.“ Von besonderer Wichtigkeit ist natürlich das richtige 
Zusammenwirken der akustischen Vorstellungen mit den Sprechbewegunga- 
Vorstellungen, Kinder mit ataktischen und athetotischen Sprachstörungen 
können, trotzdem sie die Sprache verstehen» den Eindruck von Idioten 
machen, Verf. hat solche Kranke mit bestem Erfolge behandelt, 
ln dem 4. Abschnitte» der von, den akustischen Vorstellungen des 
schwerhörigen Kindes handelt» berichtet Kaoiss ausführlich über ein taub¬ 
stummes Mädchen des a weiten Schuljahres, das anfänglich nur einen Vokal 
mit dem. Gehör anffassen konnte und, in, 29 Lektionen eine aient!ich grobe 
.Anzahl von Sätzen rein, akustisch perzipieren lernte ; ein Beweis dafür, wie 
viel eine methodische Gehörschnlung zu leisten vermag. 
Ans den experimentell - ps vchologiachen Untersuchungen über da® 
Lesen, namentUeh ans den Versuchen von ZaiTuta, geht hervor» dab die 
Aufmerksamkeit sprunghaft an den stark hervortretenden Wortelementsä 
hin gleitet und die dazwischen liegenden Lücken durch die Erinnerung an 
bereite früher geleseue Wörter ausgefüllt werden. Ganz ähnliche Resultate 
erhielt Verf. bei seinen eigenen, am Kinde an gestellten Hörbeobacht nngen.
        

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