Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
J. W. Slaughter: The Moon in Childhood and Folklore. Am. Journ. of Psychol. 13 (2), 294-318. 1902
Person:
Dürr
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit32651/1/
Literaiurberioh t 
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qualitäten der Fall. Das Wort für „süfs“ bedeutet eigentlich „guter 
Geschmack“ (vgl. ySve — fjdoucu, enavis — suadeo usw.) ; di© Ausdrücke für 
„salzig“ und „sauer“ zeigten Yerwechslungstendenz ; für „bitter“ konnte 
eine besondere Bezeichnung nur schwer erhalten werden (ähnlich auch 
aaderwftrte, sogar in Europa). Dem Annehmlichkeitsgrad nach stand der 
süf8© Geschmack allgemein am erster, der bittere an letzter Stelle; Über 
den, 'Vorzug von sauer oder salzig waren die Meinungen geteilt. 
Die an letzter Stell© mitgeteilten Beobachtungen beziehen sich auf 
Reaktionszeiten bei einfachen akustischen (Hammer) und optischen 
Reizen (Auftauchen einer weifsen Tafel in schwarzem Felde), sowie 
„optischen Wahlzeiten“ (blaue oder rote Tafel). Zur Messung diente in 
Ermangelung eines Chronoskops ein Kymographion. Vergleichsbestimmungen 
mit derselben Versuchsanordnung wurden in Sarawak (Borneo) und in England 
gemacht. Die Auswertung der Messungen, bei solchen Versuchen immer 
eine sehr heikle Aufgabe, besorgte Verf. mit grofser Vorsicht Er legt mit 
•Recht mehr 'Wert auf di© Zahlen, di© bei Ordnung der Baten nach der 
Gröfse in der Mitte der Serien stehen, als auf di© arithmetischen Mittel; 
er zieht den „Variationskoeffizienten“, d. i. das Verhältnis der mittleren 
Abweichung zum Mittel, in die Diskussion; er berechnet di© Mittelwerte 
auf verschieden© .Arten und sowohl unter Einschlufs wie unter Ausschlu.Cs 
der extremen Reaktionszeiten. Bei allen Schlufsfolgerungen werden die 
psychologischen und sonstigen Neben umstände, di© di© Zahlen mitbeein¬ 
flussen konnten, in Betracht gezogen. Während di© Reaktionszeiten bei 
akustischem Reiz für Murrayinsulaner und Engländer gleich waren, blieben 
erster© bei optischem Reiz und (optischen) Wahlreaktionen hinter letzteren 
um .20 a resp. 60 o zurück, wohl infolge der komplizierteren psychologischen 
Bedingungen dieser Versuche, bei denen die Aufmerksamkeit auch mehr 
auf den. erwarteten Reiz als auf di© vorgeschriebene Bewegungsreaktion 
gerichtet gewesen zu. sein scheint. Bi© jungen Erwachsenen von Sarawak 
reagierten schneller als die Engländer (um 20 o). Ein Unterschied 
ha der Zahl, der Leute, die brauchbar© Reaktionen lieferten, war nicht 
bemerkbar. Die jungen erwachsenen Insulaner reagierten schneller als 
die Kinder, schneller und regelmäfsiger als die alten Leute; nicht 
so in England, wo allerdings wirklich betagte Versuchspersonen nicht 
verwendet wurden. Extreme Reaktionen kamen bei Kindern selten vor. 
Der Unterschied des Temperaments spiegelt© sich in der individuellen 
Reaktionsweise der Insulaner deutlich wieder. Am Schlüsse gibt Verf* 
einen Überblick über die bisher unternommenen Versuche, Reaktionszeiten 
als Rassenmerkmale in di© Anthropologie einzuführen ; doch sind die 
Methoden noch zu ungenau und die Resultat© zu unsicher, um als solide 
Vergleichsbasis dienen zu. können. Hobnbostel (Berlin). 
J. w. The letft ta, Childhood end Folklore. Am. Joum. of P&ychoL 
It (2), 294—318. 1902. 
Verf, ist der Ansicht, die Psychologie, wie sie gewöhnlich betrieben 
werde, müsse sich notwendig auf di© Darstellung der einfachsten Formen 
psychischen Geschehens beschränken. Eine notwendige Ergänzung finde 
sie daher in. der genetischen Psychologie, Die Kinderpsychologie bildet
        

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