Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Charles S. Myers: (Sinnesphysiologischer und psychologischer Teil der) Reports of the Cambridge Anthropological Expedition to Torres Straits. Vol. II. Pt. II. (II. Hearing, III. Smell, IV. Taste, VIII. Reaction-Times), 67 S. S.-A.
Person:
Hornbostel
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit32650/1/
Literaturbericht. 
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Meist wird, vorn Sterbenden nur Unbedeutendes und Gleichgültiges ge¬ 
sprochen. Verf. unterzieht Himi Angaben Über di© in Absttrienien 
während de# Sturzes sich abspielenden seelischen Verginge einer Kritik. 
Nach N, besteht das Gefühl der Glückseligkeit nur in, einer Art von an¬ 
genehmem Schwindelgefühi, dl© Tast- und Schmerzunempfindlichkeit sowie 
die anfserordentliche Schnelligkeit des Gedankens sind nach ihm höchst 
problematisch. Der verklärte Gesichtsausdruck Sterbender hat im Nach¬ 
lassen des Muskeltonus nach dem Todeskampfe seinen Grund. Die Todes¬ 
furcht ist wahrscheinlich ein Produkt der Kultur. Der Wilde hat sieh 
bereite im Leben mehr an den Todesgedanken gewöhnt. Der eigentliche 
Tod ist schmerzlos. Hierbei, ist Ermüdung Im Spiel, und die sich, auf¬ 
drängende Menge von Kohlensäure. Auch bei Tieren, kommen Todeskampf, 
bei manchen auch Todesfurcht oder Todesempfindungen vor. Am häufigsten 
tritt heim Menschen der Tod früh zwischen 4 und, 7 Uhr ein. 
Gikssl&h (Erfurt). 
. €imujig S. Mykbs. (Sinneiphyslologiicher ui psychologischer Till der) Reports 
•f the Cambridge Anthropological Expedition to Torres Straits. Vol. II. Pt. H. 
(II. Hearing, III. Smell, IV. Taste, VIII. Reaction - Times), 67 S. S.-A. 
Wahrend bisher in der anthropologisch-ethnographischen Literatur 
» 
sich nur wenige Angaben Über den allgemeinen Charakter der physio¬ 
logischen und psychophysischen Eigentümlichkeiten primitiver Rassen 
finden, Messungen, nur gelegentlich und meist an einer unzureichenden 
Individuenzahl gemacht worden sind, hat die anthropologisch© Expedition, 
„die (von Cambridge aus) 1898 die Inseln der Torres - Straf«e besuchte, um¬ 
fassende Untersuchungen zur vergleichenden Physiologie und Psychologie 
in ihren Aufgabenkreis einbezogen. Obwohl die gewonnenen Resultate in 
mancher Hinsicht zu wünschen übrig lassen — was Verf. freimütig bekennt 
— so zeugt doch der vorliegende Bericht von strenger Wissenschaftlichkeit 
und ist insbesondere methodologisch von hohem Interesse. Die Schwierig¬ 
keiten, die sich dem. Experimentator entgegenstellen, wo es sich um ein 
ambulantes Laboratorium mit möglichst einfachem Instrumentarium handelt 
und „Wilde“ als Versuchspersonen dienen, liegen auf der Hand. Verf. 
mufste für viele Versuchsreihen di© brauchbarste Methode erst an Ort und 
Stell© ausprobieren, und, um eine sichere Vergleichsbasis zu gewinnen, 
einen greisen Teil, der Versuche unter analogen Umständen in Europa 
wiederholen. Glücklicherweise kamen auf der Murray-Insel, auf die sich 
sein Arbeitsgebiet beschränkte, hohe Intelligenz, guter Wille und sicht¬ 
liches Interesse der Eingeborenen seinen Bestrebungen entgegen. 
Der erste Teil, der Untersuchungen bezog sich auf das Gehör. Der 
gröfete Teil der erwachsenen Murray - Insulaner, die als Perlfiseher oftmals 
in grofse Tiefen tauchen, leidet an Schwerhörigkeit, die offenbar auf (ver¬ 
heilte) Rupturen des Trommelfells zurückzuführen ist. Die Hörschärfe 
wurde mit einem PoLiTzxiscben Hörmesser oder einer Stopuhr gemessen, 
. die Hörschwell© durch di© Entfernung der Schallquelle vom Ohr (in Metern) 
ausgedrückt. Da aufser der auffallend geringen Hörschärfe der Erwachsenen, 
„die durch pathologische Ursachen erklärbar ist, auch Kinder verminderte
        

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