Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
O. Abraham und E. von Hornbostel: Studien über das Tonsystem und die Musik der Japaner. Sammelbände der Internationalen Musik-Gesellschaft IV, Heft 2
Person:
Guttmann, Alfred
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit32643/1/
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lÀteratmheriekt 
VerL glaubt das Gefühl der Aufmerksamkeit von den. intellektuellen 
Gefühlen ansschliefsen an müssen, da mit demselben an viele organische 
Vorgänge Zusammenhängen, so data es nicht als ein, rein intellektuelle« 
Gefühl bezeichnet werden kann. Wohl aber gehören hierher die affektiven 
Gefühle, welche unsere Ged&nkanbildung begleiten, indem sie gleichsam 
als treibende Kräfte anf diese Um ein wirken und die Formation bestimmen. 
Es sind die logischen und relationeilen Gefühle. Vor allem gehört hierher 
das Gefühl der Identität. Ohne dasselbe würde das rein Geistige nur isoliert© 
Gefühle haben. Bei der Identitätsaffirmation geht dieses Gefühl dem reinen 
Urteil voran». Ferner die Gefühle des Widerspruchs, der Harmonie, der 
Kausalität, des Zweifels und der Überzeugung, des Entbehren«, Gelingens, 
des lächerlichen, der Ähnlichkeit und Vertrautheit. An der Basis aller 
dieser Gefühle befinden sich, affektive Phänomene. So auch beim. Repro¬ 
duzieren, z. B. wenn man ein früher«» BIM sucht, das unbestimmt vor 
unserem Geiste steht und sich nicht vollenden lassen will. 
Die Pathologie liefert noch andere intellektuelle Gefühle, gleichsam 
als Ergänzung zu den bisher genannten, so das Gefühl, hei Grübelsucht 
und Fragesucht. Hier ist der affektive Träger gestört. Das alterierte 
affektive Urteil harmoniert nicht mehr mit dem. intakt gebliebenen in¬ 
tellektuellen Urteil. Also di© Beziehungen zwischen den, Dingen werden 
vollkommen begriffen, nur die affektive Adhäsion daran fehlt. 
Giessleb (Erfurt). 
O. Abraham und E. vom Hornbostel. Studien tier its Tonsysteii und de 
■ulk, der Japaner. Sammelbände der Internationalen Musik-Gesell¬ 
schaft IV, Heft 2. 
Abraham und Hornbostel haben, das Gastspiel, das Frau Saba Jacco 
mit ihrer japanischen Truppe Im Herbst 1901 in Berlin veranstaltete, benutzt, 
um systematische Studien über japanische Musik zu machen. Sie bedienten 
sieh dazu exakter, akustischer Methoden, malsen die Tonhöhen der In¬ 
strumente mit fester Stimmung, der Blasinstrumente, Guitarren und Harfen, 
machten p ho nographische Aufnahmen von Gesang- und Instrumental¬ 
stücken, an denen sie die Schwingungszahlen der einzelnen Töne be¬ 
stimmen konnten usw. Diese Aufnahmen übertrugen sie in europäische 
Notenschrift. 
Da der Ursprung der Musik der Japaner, wie überhaupt ihrer ganzen 
Kultur, auf China hinweist, so haben die Verfasser auch di© chinesische 
Musik in, den Kreis ihrer Untersuchungen gezogen, zumal chinesische 
Musikinstrumente vielfach nach Japan importiert werden und dort sogar 
als besonders gut gelten. 
Aus den Ergebnissen dieser Studien sei hier einiges berichtet, was 
die Leser dieser Zeitschrift wohl interessiert. 
Di© grundlegende Frage bei der Betrachtung eines fremden Teil¬ 
systems ist die Feststellung der Tonstufen bzw. Tonleitern. Die Verf. 
unterscheiden und definieren genetisch dreierlei Arten von Leitern: 
„1. Gebrauchslei tern, die wir erhalten, wenn wir di© Töne eines 
Musikstückes der Tonhöhe nach ordnen;
        

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