Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Chr. Ufer: Über Kinderspiel und Kinderspielsachen. Vortrag. Die Kinderfehler 6 (1), 1-13. 1901
Person:
Pappenheim
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit32627/1/
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Literaturbericht. 
W. Zirkle. Medical Inpettim of Schools. Investigations of the Department 
of Psychology and Education of the "University of Colorado. Juni 1908. 
66 8. 
Nach einigen Worten über den Zusammenhang von geistiger und 
körperlicher Entwicklung gibt Verf. ©in© Reih© Tabellen über Gröfse und 
Gewicht von Kindern verschiedener Gesellschaftsklassen in verschiedenen 
Lebensjahren. Diese ergeben nach ihm, dafs Lebensweise, körperliche 
Übungen und gesundheitliche Bedingungen Gröfse und Gewicht des sich 
entwickelnden Kindes beeinflussen. Ein allerdings nicht überraschen des 
Resultat. Ebensowenig Unerwartetes liefern die weiteren Kapitel, die di® 
Beziehungen zwischen körperlicher Entwicklung und geistiger Frühreif® 
resp. Stumpfheit, die Defekte des Gesichts und des Gehörs, und die Schule 
als Vermittlerin von ansteckenden Krankheiten behandeln. Sehiiefslich 
gibt der Verfasser einen Überblick über die Geschichte und den augen¬ 
blicklichen Stand der Schularztfrage in den verschiedenen Ländern und 
plädiert am Ende nachdrücklich für die Einführung ständiger ärztlicher 
Kontrolle in den Schulen. Wmss (Grofs-Liehterfelde). 
Chr. Ufer. Über KlldmpM lli Kilderiplehicheil. Vortrag. Die Kirnier* 
fehlet' 6 (1), 1—18. 1901. 
Die spielenden Kinder und ihre Spiel© sind in der Geschichte der 
Menschheit im wesentlichen stets dieselben geblieben. Auch di® meisten 
Spielsachen sind uralt, und das spricht für ihren Wert. Di© Bedeutung des 
Spiels erkennt man am besten an den einfachsten Spielen der Sinnes¬ 
organe. Anfangs wird mit den Kindern gespielt, indem man Geräusche 
erzeugt. Doch bald geht das Kind dazu über, sich über selbst hervor¬ 
gebrachte Geräusch© zu freuen (behagliches Schreien, vergnügtes Papeln, 
Klappern und Hinwerfen der Klapper). Diese Freude setzt sich durch 
di© ganze Kinderzeit hindurch fort (Freud© am Lärmen und Zerbrechen); 
erst das sich später entwickelnd© Verständnis für das Wohlklingend© dämmt 
dieses Hörspiel ein. Daneben entwickeln sich gleichzeitig das S eh spiel, 
anfangs das Sehen nach Glänzendem, das sich bewegt, später das Hervor¬ 
rufen von Bewegungen (Hampelmann, Maikäfer). Diese Spiel© finden sich, 
wenn auch in geringerem Grade, noch bei Erwachsenen, wenn sie Rauch¬ 
wölkchen erzeugen oder trocknen Sand durch die Finger rinnen lassen. 
Auch di© Freude, Menschen sich drängen zu sehen oder sie beim Tanze 
zu betrachten, ist darauf zurückzuführen. Vereinigt finden wir di© Spiele 
heim Schuhplattler. Wenn taubstumme Kinder sich daran erfreuen, dais 
sie Laute hervorbringen, kann das nur ein Gefühlsspiel sein. Auch 
normale Kinder erfreuen sich am Knabbern und Kauen von Geniefsbarem 
und Ungeniefsbarem. Dies berührt sich eng mit den Bewegungsspielen 
(Rutschen, Gehen und Klettern) und mit den Tastspielen der Finger und 
Lippen. Dies© mannigfaltigen Spiele bilden gleichsam die Vorschule für 
eigentliche Kinderspiele und für die späteren ernsten Aufgaben des Menschen. 
Verf. berührt noch kurz die Nachahmung«- und Phantasiespiele und mÜst 
den Wert der Spielsachen nach dem Mafse, wieweit sie zur Ausbildung 
der Sinne und Bewegungen, der Nachabmungsfähigkeit und der Einbildungs¬ 
kraft geeignet sind. — Zumal an einem Elternabend hätte Redner bei obigem
        

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