Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
H. Piéron: La question de la mémoire affective. Rev. philos. 54 (12), 612-615. 1902.
Person:
Giessler
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit32606/1/
Literaturbericht 
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biniert sich die motorische Darstellung der Entfernung, welche nur eine 
Dimension hat, mit den beiden Ausdehnungen der visuellen Perzeption, 
um die Intuition des dreidimensionalen. Raumes hervorzubringen.“ 
Lösen wir die Verschmelzung der 3 Arten von Ausdehnung in ihre 
Bestandteile auf, so haben wir zunächst das formelle visuelle Element, 
da® der Form und des Umfangs eines Körpers, welches von seiner Substanz 
zu unterscheiden ist, welche letztere psychologisch auf Tasteindrücken in 
Masse 
Verbindung mit Färbungen beruht. Aus der Formel: ÿ0}üm n = Dichtig¬ 
keit sieht man, dafs Dichtigkeit ein vermittelnder Ausdruck zwischen 
'taktiler und visueller Ausdehnung ist, wie Geschwindigkeit = --^ra—— 
©in Mittelding ist zwischen motorischer und taktiler Ausdehnung. 
Giessler (Erfurt). 
H. Fiérom. La question de It mémoire affective. Rev.philos, 54 (12), 612—615. 
1902. 
Die bekannten Emotionen werden erst durch ihre sie konstituierenden 
oder begleitenden Elemente definierbar. Auf solche darf man sich bei der 
Frage nach dem affektiven Gedächtnis nicht stützen. Hierzu braucht man 
unbestimmtere. Beim Verl weckt bisweilen das Wahrnehmen eines unbe¬ 
stimmten Geruches einen undefinierbaren affektiven Zustand, den er in 
seiner Jugend einige Male empfunden hatte. Dieser Zustand erscheint 
wie ein Anachronismus, aus der Zeit der Pubertät. Erst nachdem, der 
Affekt hervorgerufen ist, kommen jedesmal die betreffenden assoziativen 
Erinnerungen an die Jugend. 
Nach Ansicht des Verf. kann man für das affektive Gedächtnis keinen 
Ausdruck in der Sprache finden, daher die Schwierigkeit. 
Die besten Beispiele für das Bestehen eines affektiven Gedächtnisses 
sind nach Ansicht des Referenten überhaupt diejenigen, bei denen 
es sich um Anachronismen handelt. So berichtet Rirqt, dafs ein kleiner 
Hund in Furcht und Schrecken geriet, als man ihm das Fell eines Wolfes 
zeigt©, welches bis auf das Leder abgenutzt war, obwohl der Hund nie in 
seinem Leben einen Wolf gesehen hatte. P.s Beispiel ist ja auch ein 
Anachronismus, sofern hierbei Empfindungen eine Rolle spielen, welche 
ausschllefalich seiner Jugendperiode angehörten. Giessler (Erfurt). 
F. Paulhan. Sir Ift mémoire affectif®. Rev. philos. 54 (12), 545—569. 1902. 
55 (1), 42—70. 1903. 
Verf. verbreitet sich zunächst über eine Anzahl von Fällen von 
affektiver Erregung, welche nicht in Betracht kommen. Werden durch 
irgendwelche Umstände emotionelle Eindrücke aus der Jugend erweckt, 
so haben wir Fäll© von wirklichem affektivem Gedächtnis. Doch spielt 
das intellektuelle Gedächtnis ebenfalls eine gewisse Rolle bei der Repro¬ 
duktion der Emotionen. Letztere werden um so lebhafter, je mehr Bilder 
hinzukommen. Oft erfolgt die Reproduktion von Emotionen mit Hilfe von 
abstrakten Ideen, von denen einzelne Teile anschauliche Gestalt gewinnen. 
Dies© Teile vertreten symbolisch ganze Reihen von Akten, Worten, Gefühlen
        

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