Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
B. Bourdon: Contribution à l'étude de l'individualité dans les associations verbales. Philos. Stud. 19 (Wundt-Festschrift I), 49-62. 1902
Person:
Kiesow
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit32603/1/
Litera turbericht. 
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metrisch© Versuch© un ^Gleich urteile.“ Die Versuche ergaben 
u. a., dafs die Urteil© „sicher* am schnellsten und di© „gleich“ am lang¬ 
samsten gefällt wurden, während die Urteile „ziemlich sicher“ ein© mittler© 
Stellung zwischen beiden ©innahmen. Kiisow (Turin). 
t 
B. Bourbon. Contribution i Milli id rilüfiililiti iili les associations 
verbales. Philos. Stud. 19 (Wundt - Festschrift I), 49—62. 1902. 
Der Verf. berichtet über ein© an 100 Personen angestellt© Untersuchung. 
Den einzelnen Personen wurden zwei Blätter mit je 100 Wörtern (Substan¬ 
tive, Adjektive, Verben) vorgelegt. Hinter jedes dieser Wörter hatte jeder 
so schnell wie möglich di© erste aufsteigende Assoziation zu notieren. 
Hierbei ergab sich:-Ein© erst© Klasse von Wörtern (chaud, noir, sourd, 
poivre, japper, miauler, hennir) zeigt ein© stark© Tendenz, eine bestimmte 
Antwort auszulösen und daneben schwächer eine grofse Anzahl von anderen. 
Eine zweit© Klasse (chapeau, loup, crayon, vendre etc.) löst ziemlich stark 
eine kleine Anzahl von Antworten aus und schwach ©ine grofse Anzahl 
anderer. Eine dritte endlich (colère, apporter, oiseau, frais etc.) löst nur 
schwach eine grofse Anzahl von Antworten aus. In bezug auf di© Ver¬ 
suchspersonen kommt der Verf. zu dem Resultat, dafs man eine gewisse 
Klasse von Menschen anerkennen müsse, welch© Assoziationen haben, die von 
denen des Durchschnittsmenschen abweichen. Es kann dies nach ihm daher 
röhren, dafs manche Menschen schon von Natur ©ine Neigung haben, sich 
für das Anormale zu interessieren. Er fand weiter, dafs bei anderen 
Menschen phonetische oder graphisch© Assoziationen ©ine grofse Roll© 
spielen, wodurch sie sich eben von der grofsen Mehrzahl unterscheiden 
und dafs schliefslich bei vielen Menschen der individuelle Charakter das 
Resultat einer gewissen Schwäch© ihrer Wortassoziationen zu sein scheine, 
Kiesow (Turin). 
E. Kraepelin. Di© Arbeltskurve. Philos. Stud. 19 (Wunbt-Festschrift I), 
459—507. 1902. 
„Wir sind imstande, nicht nur die Schwankungen unserer seelischen 
Leistlingen nachzuweisen und zu messen, sondern auch bis zu einem 
gewissen Grade ihre Ursachen aufzuweisen und die Teilvorgänge von¬ 
einander zu trennen, aus denen sich die Gesamtleistung zusammensetzt. 
Freilich werden wir uns dabei zunächst zu bescheiden haben. Es sind bis 
heute nur einzelne, sehr einfache Formen der geistigen Tätigkeit, aus denen 
wir Mafsbestimmungen für die wechselnden Zustände unseres Innern ab¬ 
leiten können. Wir dürfen indessen wohl erwarten, dafs die einmal ge¬ 
wonnenen Grundanschauungen sich späterhin auch auf anderen Gebieten 
des Seelenlebens als gültig erweisen werden.“ Mit diesen der Einleitung 
entnommenen Worten ist der Inhalt der Arbeit charakterisiert, di© der 
hervorragende Psychiater W. Wundt zu seinem siebenzigsten Geburtstage 
gewidmet hat. Di© Arbeit gliedert sich in die 3 Teile: I. Der Gang der 
Arbeitskurve, II, Die Arbeitspausen, III. Die Zerlegung der 
Arbeitskurve. 
I. Der Verf. geht aus von der vor nunmehr 14 Jahren durch ihn be¬ 
gründeten, allgemein bekannten Methode des zifferweisen Addierens ein- 
Zeitschrift für Psychologie 86. 9
        

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